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STEYR. Studierende und Startup-Gründer der FH Steyr machen unternehmerisches Denken und Handeln mit dem Projekt „Changemaker“ für Volksschulkinder erlebbar.

VS Ennsleite (Foto: Bernadette Hartl)
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Eigentlich ist es doch ganz einfach. Du produziert etwas, hast dafür Materialkosten zu tragen und durch den Verkauf deckst du diese wieder ab. Mit etwas Geschick kannst du aber auch einen Gewinn erwirtschaften und mit dem gewonnen Geld etwas kaufen oder investieren.

Oder steckt da doch mehr dahinter? Wie funktioniert denn nun der Wirtschaftskreislauf? Diese und viele weitere Themenstellungen zum Umgang mit Geld und unternehmerischen Denken erlernen Kinder der 3. und 4. Schulstufe der VS Ennsleite und VS Wehrgraben zurzeit im Rahmen des „Changemaker“ Projektes. Das Konzept stammt vom Gründungszentrum der WU Wien in Kooperation mit dem Verein ifte und wird nun zusammen mit der FH OÖ Campus Steyr auch in Oberösterreich erstmalig umgesetzt.

Zehn Betreuer

Zehn Studierende und Startup-Gründer des Campus Steyr begleiten insgesamt fünf Schulklassen der beiden Volksschulen. An zwei Workshop-Vormittagen bringen sie den Kindern einerseits theoretisches Wissen über den Wirtschaftskreislauf näher. Andererseits erarbeiten sie gemeinsam Ideen für Produkte und Dienstleistungen, die am Donnerstag, den 15. Juni am Steyrer Wochenmarkt zum Verkauf angeboten werden.

Der erste Erfolg war schon nach der ersten Stunde zu verzeichnen, nachdem so manchem Kind klar wurde, dass ein Unternehmen kein Ausflug mit Mama und Papa ist, sondern eine Firma. „Ich möchte helfen, bei den Kids früh Interesse für unternehmerische Zusammenhänge zu wecken und Kompetenzen, die es dazu braucht mit ihnen zu entwickeln. Idealerweise mit Übungen und ganz viel Spaß“, meint Roland Differenz, einer der zehn Changemaker.

Talente aufzeigen

Dem stimmen Tamara Schartmüller und Erik Katzinger zu. Sie begleiten im Zuge dieses Projektes eine 3. Klasse der Volksschule Wehrgraben. „Wir möchten bereits Volksschulkindern klar machen, dass es möglich ist, seinen eigenen Weg zu gehen und seine Träume zu verwirklichen. Unternehmerisches Denken beginnt bereits im Kindheitsalter und ist in uns allen verankert“, so die beiden.

 „Ich sehe dieses Projekt als großen Motivator für unsere Kinder und die zukünftige Unternehmergeneration. Es ist eine Chance, den Kindern ihre vielen Talente aufzuzeigen und ihre Kreativität zu fördern. Kinder haben so viele Ideen und Potential Großes und Gutes zu bewirken. Geben wir Ihnen die Chance einen Erfolg zu feiern und ein Feuer in ihnen zu entfachen“, so Bernadette Hartl, Koordinatorin des „s’cowerk“, dem Startup-Center an der FH OÖ Campus Steyr und Initiatorin des Projektes in Oberösterreich.

Dekan Heimo Losbichler von der FH OÖ Fakultät für Wirtschaft und Management zum Projekt: „Wir sind sowohl von der Changemaker-Idee als auch von der Bereitschaft unserer Studierenden und Gründern, ihr Wissen an Kinder weiterzugeben, begeistert. Auch wenn es naturgemäß länger dauern wird, bis wir erste Gründer sehen, bin ich mir sicher, dass dies ein zukunftsweisendes Konzept ist.“

Verkaufserlös wird gespendet

Den Markttag am 15. Juni können die Kinder kaum erwarten. Sie hoffen auf kauffreudige Kundschaft für ihre kreativen Produkte, welche sie in den kommenden Wochen mit Eifer schaffen werden. Welche das sind, das soll noch eine Überraschung sein. Das Schöne an der Sache: Der Gewinn geht zur Hälfte an Childrenplanet und der Betrag soll mittels Fair Play Programm vom Land OÖ sogar noch verdoppelt werden. So gibt es doppelte Motivation für die Kinder, auch wirklich gut zu wirtschaften, um möglichst vielen Kindern dieser Welt helfen zu können.  

Zudem bestärkt das Changemaker Projekt die Kinder in ihrem Selbstwert. „Das ist meine vordergründige Motivation, dabei zu sein“, so Vanessa Schober, die gemeinsam mit Sorav Malhotra eine 4. Klasse der VS Ennsleite betreut. „Wir möchten die Kinder bestärken, hinter ihren Ideen zu stehen und diese zu beschützen und behüten wie einen Schatz, damit dieser zur richtigen Zeit am richtigen Ort den richtigen Menschen gezeigt werden kann“, so Vanessa. Für Sorav auch wichtig: „Egal welche Religion, Herkunft oder Hautfarbe, wenn die Kinder fest an ihre Ideen glauben, dann können sie es auch schaffen. Es ist wichtig, dass Kinder ihre Kreativität im späteren Alter behalten. Das hilft, innovative Produkte zu entwickeln.“

Eine ganze Stadt steht hinter dem Projekt

Unterstützt wird das Projekt seitens der Stadt Steyr. SPÖ-Vizebürgermeisterin Anna-Maria Demmelmayr: „Die Kinder bekommen bei dieser vorbildlichen Aktion Grundlagen-Wissen zu wirtschaftlichen Kreisläufen und Unternehmertum vermittelt, außerdem geht es auch um einen guten Zweck. Die Stadt unterstützt Changemaker, indem wir Infrastruktur zur Verfügung stellen.“

Auch das Netzwerk Zukunftsregion Steyr hilft mit seinen Mitgliedern mit. So wird es ein Programm geben, das die Kinder hinter die Kulissen von verschiedenen Steyrer Betrieben schauen lässt. In den Zeiten, in denen die Kinder gerade nicht am Verkaufsstand stehen, können sie die Unternehmer kennenlernen und Fragen stellen. „Auf diese Art und Weise werden Entrepreneurship und das Unternehmerdasein anhand einer zusätzlichen praktischen Erfahrung noch erlebbarer und nachhaltiger“, sagt Daniela Zeiner, Leiterin des Netzwerks.

Mehr Infos: https://www.changemaker.university


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