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Neuer Windpark in Laussa soll Strom für 3.000 Haushalte liefern

Robert Hofer, 08.04.2026 11:44

LAUSSA/STEYR. Noch bevor Niederösterreich und das Burgenland groß in Windenergie investierten, nahm die Familie Forster 1996 in Laussa drei Windräder in Betrieb, die seitdem Strom für 750 Haushalte liefern. Nach 30 Jahren ist die Anlage am Ende der Lebensdauer, weshalb nun acht Millionen Euro in die Erneuerung investiert werden sollen.

  1 / 3   Die Windräder in Laussa sind ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer und Radfahrer. (Foto: Erneuerbare Energie Laussa GmbH)

Drei Jahre intensive Planung liegen hinter der Erneuerbaren Energie Laussa rund um Geschäftsführer Andreas Forster. „Wir haben von unserer Seite her einen Großteil der Aufgaben erledigt“, spricht Forster die umfangreichen Genehmigungsverfahren an.

Von der Gemeinde gibt es bereits grünes Licht in Sachen Erweiterung der Umwidmung. Diese ist nötig, weil die drei neuen Windräder deutlich größer ausfallen, als es die bestehenden sind. „Der Beschluss im Gemeinderat war einstimmig, alle stehen hinter dem Projekt“, freut sich Forster.

Überhaupt sei eine große Mehrheit in der Region der Windkraft gegenüber positiv eingestellt. „Es gibt nur ein paar Leute, denen Windräder generell nicht gefallen. Das ist aber auch schon das einzige Argument, das man nicht entkräften kann“, sagt Forster. Nach drei Jahrzehnten sind die Windräder von Laussa längst zum Wahrzeichen der 1.240-Einwohner-Gemeinde im Ennstal geworden.

100 Meter hoch

In der vom Land Oberösterreich im Vorjahr auf den Weg gebrachten Ausschlusszone für Windkraftanlagen liegt auch der Plattenberg in Laussa sowie praktisch das ganze Ennstal. Für die geplante Erneuerung ist diese aber nicht wirksam.

Derzeit messen die drei Türme 50 Meter, die neuen Windräder werden etwa 100 Meter hoch sein. Forster sieht das „Repowering“ auf einem guten Weg, hofft, dass die beim Land beantragten Genehmigungsverfahren bezüglich Luftfahrt und Naturschutz in den nächsten vier bis fünf Monaten abgeschlossen sind.

„Wenn alles ideal läuft, werden wir 2027 die Umbauarbeiten starten können.“ Rund ein halbes Jahr wird es dann keine Windstrom-Erzeugung in Laussa geben. Der Abbau der bestehenden Anlage und die Errichtung der drei neuen Windräder werden etwa sechs Monate in Anspruch nehmen.

Der erneuerte Windpark wird deutlich mehr Strom produzieren können, nämlich für rund 3.000 Haushalte. Generell entfallen auf das Winter-Halbjahr zwei Drittel der Stromproduktion, ein Drittel auf das Sommer-Halbjahr. „Somit ergänzt sich die Windenergie sehr gut mit Wasserkraft und Photovoltaik“, betont Forster.

Bürgerbeteiligung

Schon vor 30 Jahren setzte man in Laussa bei der Finanzierung auf Bürgerbeteiligung und konnte so ein Drittel der Kosten finanzieren, eine ähnliche Größenordnung strebt man auch beim neuen Projekt an, das in Summe acht Millionen Euro kosten wird.

„Wir wollen, dass sich die Leute mit den Windrädern identifizieren. Ab einer Einlage von 1.000 Euro können Privatpersonen aber auch Firmen dabei sein. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass man über eine Energiegemeinschaft Strom bezieht“, erklärt Forster.

Details werden bei einer Veranstaltung am Montag, 20. April, im Museum Arbeitswelt in Steyr vorgestellt (siehe Infokasten unten).

Unter Strom

Im Museum Arbeitswelt in Steyr findet am Montag, 20. April, um 19 Uhr eine Diskussionsveranstaltung mit dem Titel „Gemeinsam in regionale Energie investieren“ statt. Bei diesem Abend stehen konkrete Projekte und Beteiligungsmöglichkeiten im Zentrum. 

Vorgestellt werden der Windpark Laussa, die von Bürgern getragene Ströme Energiegenossenschaft sowie die neuen Kleinwasserkraft-Initiativen der Stadt Steyr. Die Veranstaltung will zeigen, wie regionale Wertschöpfung, Klimaschutz und demokratische Mitgestaltung ineinandergreifen.

Der Eintritt ist frei, Anmeldung unter Tel. 07252 773510 oder: anmeldung@museumarbeitswelt.at


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