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BEZIRK RIED. Bei der Herbstsitzung „Innviertler Weidegans“ in der Bezirksbauernkammer Ried übergab Anni Wimmer aus Lambrechten nach elf Jahren ihre Funktion der Obfrau „Innviertler Weidegans“. Sandra Anzengruber aus Taiskirchen ist die neue Obfrau.

Sandra Anzengruber ist die neue Obfrau „Innviertler Weidegans“ Foto: privat
Sandra Anzengruber ist die neue Obfrau „Innviertler Weidegans“ Foto: privat

Die Innviertler Weidegans besteht derzeit aus 25 landwirtschaftlichen Betrieben, die sich zusammengeschlossen haben, um regionale Gansl zu produzieren.

Was können sie über die „Innvierler Weidegans“ sagen?

Sandra Anzengruber: Die Innviertler Weidegans ist ein Ring des Verbandes „Österreichische Weidegans“ der aus insgesamt elf Ringen besteht und momentan 257 Mitgliedsbetriebe führt, die zusammen rund 43.000 Weidegänse produzieren.

Was ist das Besondere an der Weidegans?

Sandra Anzengruber: Die Eier werden allesamt im Muttertierbetrieb der Familie Kaltenbrunner in Zell am Pettenfirst gelegt und in der Brüterei der Familie Maringer in Neukirchen/Vöckla ausgebrütet. Das heißt, es gibt keinen Import von Eiern oder Küken. Die Küken kommen als Ein-Tagesküken zu den jeweiligen Betrieben und werden dort nach gleichen Bedingungen aufgezogen, gefüttert und gehalten.

Welche besonderen Bedingungen sind das?

Sandra Anzengruber: Die Küken bekommen ein auf sie abgestimmtes Futter, das genau nach ihren Bedürfnissen erstellt wurde. Ebenso wird auf ein optimales Stallklima geachtet. Luftfeuchtigkeit und Stalltemperatur spielen hierbei eine wesentliche Rolle, damit das Küken gut gedeihen kann. Schon mit zwei Wochen haben sie ihren ersten Babyauslauf und werden bei Schönwetter auf die Weide gebracht. Ab der sechsten Lebenswoche werden die Gänse ausschließlich mit hofeigenem Getreide und saftig grünem Weide- gras gefüttert.

Wie sind sie auf die Idee gekommen Weidegänse einzustellen?

Sandra Anzengruber: Vorweg möchte ich sagen, dass ich nicht aus der Landwirtschaft komme, sondern den Beruf der diplomierten Krankenschwester erlernt habe. Als ich 2006 auf den schwiegerelterlichen Hof zog, der damals ein auslaufender Schweinebetreib war, und 2008 mit der Pensionierung meiner Schwiegermutter die Betriebsführung übernahm, war ich auf der Suche nach einer Alternative die ich mir als „Nichtlandwirtin“ vorstellen konnte. Nach reiflicher Überlegung starteten wir mit 20 Gänsen und 30 Enten. Für mich war es damals unvorstellbar, wie ich die jemals verkaufen sollte. Und plötzlich hatte ich zu Weihnachten selber keine Gans auf dem Tisch. Auf Grund der großen Nachfrage stehen mittlerweile fast 600 Tiere bei mir auf der Weide.

Für welche Zielgruppe produzieren sie die Gänse?

Sandra Anzengruber: Da die Tiere bei uns am Hof geschlachtet werden, produzieren wir hauptsächlich für den Privatkunden. Nur etwa 15 Prozent gehen in den Handel oder die Gastronomie.

Gibt es bei der Österreichischen Weidegans auch ein Federnprojekt?

Sandra Anzengruber: Ja. Dazu sammeln wir die Federn unserer Gänse. Diese werden dann gereinigt und aufbereitet. Und daraus werden dann sensationell kuschelige und qualitativ hochwertige Daunendecken und Kopfkissen gefertigt, die man über die ÖWG (Österreichische Weidegans) erwerben kann. Dazu möchte ich noch betonen, das 100-prozentig kein Lebendrupf an unseren Tieren vorgenommen wird.

Wo kann ich mich informieren wo ich meine regionale Weidegans am beziehen kann?

Sandra Anzengruber: Auf der Homepage der ÖWG unter www.weidegans.at finden sie alle interessanten Infos zur Weidegans und den Bauern inklusive Kontaktdaten in ihrer Nähe.


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