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TAUFKIRCHEN/PRAM. Muss zuerst etwas passieren und ein Kind verletzt werden, bevor gehandelt wird? Diese Frage stellt sich ein besorgter Vater aus Gadern, dessen Kinder auf dem Weg zur Schule die Rainbacher Straße in Taufkirchen an der Pram überqueren müssen. Einen Zebrastreifen gibt es hier nicht. Unverständlich für die betroffenen Familien.

Das Schild „Achtung Schulweg quert“ soll Fahrzeuglenker auf die Schulkinder, die die Rainbacher Straße überqueren, aufmerksam machen.

Auf dem Weg in die Schule müssen Kinder die vielbefahrene Rainbacher Straße an der Kreuzung mit der Gaderner Straße im Ortsgebiet von Taufkirchen an der Pram überqueren, um den sicheren Gehsteig zu erreichen. Doch ein Schutzweg wird hier nicht genehmigt.

Möglichkeiten ausgeschöpft

Besonders in den Morgenstunden der Herbst- und Wintermonate ist die Gefahr groß, übersehen zu werden. „Die Sicherheit unserer Kinder ist uns ein großes Anliegen. Jährlich investieren wir viel Geld dafür. 2017 wurden Gehsteige verlängert sowie die Ortsbeleuchtung modernisiert und erweitert. Doch unser Pensum an Möglichkeiten ist erschöpft“, erzählt Taufkirchens Bürgermeister Paul Freund. „Ich persönlich wäre der Letzte, der sich in diesem Bereich gegen einen Schutzweg aussprechen würde.“

Vorkehrungen für Zebrastreifen getroffen

Vorausschauend hat die Gemeinde Vorkehrungen für einen Schutzweg getroffen. Da dies im Zuge der Neuerrichtung der Ortsbeleuchtung passiert ist, sei es zu keinen oder nur minimalen Mehrkosten für die Vorbereitung eines Zebrastreifens gekommen. Ein abgesenkter Gehsteig und die Beleuchtung wären also bereits vorhanden. „Seitens der Marktgemeinde Taufkirchen ist bereits vieles unternommen worden, um diesen Bereich sicherer zu gestalten. Leider ist es uns bis jetzt nicht gelungen, dass hier ein Schutzweg genehmigt wird. Die Zuständigkeit liegt hier, da es sich um eine Landstraße handelt, bei der Bezirkshauptmannschaft Schärding“, erklärt Freund. „Es gibt genaue gesetzliche Bestimmungen für die Errichtung eines Schutzweges.“

Auffahrgefahr zu hoch

„Man sieht sehr wohl, dass dies eine gefährliche Stelle ist. Es wurde auch vehement an die Behörde appelliert, hier einen Schutzweg zu errichten“, sagt Taufkirchens Ortschef. Nach einem Lokalaugenschein im Dezember 2016 vor Ort gab es 2017 zwei Geschwindigkeitsmessungen, die ergaben, dass die durchschnittliche Geschwindigkeit der Fahrzeuge über 60 Kilometer pro Stunde beträgt. Aufgrund der zu hohen Geschwindigkeiten könne seitens der Behörden kein Zebrastreifen genehmigt werden. Die Auffahrgefahr für Fahrzeuglenker sei zu hoch.

Achtung Schulweg quert

Die Marktgemeinde Taufkirchen hat bereits Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung getroffen. Es wurden das Gefahrenzeichen „Achtung Schulweg quert“ aufgestellt und eine fixe Geschwindigkeitsmessung in diesem Bereich installiert. Den besorgten Eltern reicht das nicht. „Es ist absolut unverständlich, dass ein Zebrastreifen nicht genehmigt wird, weil die Autos zu schnell fahren. Damit wird offenbar eine große Gefahr für die Kinder akzeptiert“, so ein fassungsloser Vater. Es sei derzeit so, dass die Eltern die Kinder lieber mit dem Auto in die Schule bringen, als sie zu Fuß gehen zu lassen, erzählt dieser. Auch das Thema Schülerlotsen wurde seitens der Gemeinde hinterfragt. „Diese können laut Gesetz nur auf genehmigten Schutzwegen und im Nahbereich der Schule eingesetzt werden“, erklärt Freund. Auf eine Abholung der Kinder aus Gadern mit dem Bus, der selbst zu bezahlen wäre, weil die Kinder innerhalb des gesetzlichen Umkreises der Schule von zwei Kilometern wohnen, konnten sich die Eltern nicht einigen.

Resolution „Pro Schutzweg“

„Dass seitens der betroffenen Eltern keine Freude dazu entsteht, kann ich gut nachvollziehen und ich habe dafür auch Verständnis“, sagt FPÖ-Fraktiosobmann Reinhard Waizenauer. Auch er will noch nicht aufgeben und lädt die anderen Fraktionen dazu ein, eine Resolution „Pro Schutzweg“ im Gemeinderat einzubringen, um den Behörden klar zu signalisieren, wie wichtig der Gemeinde Taufkirchen dieses Thema ist. „Wir haben schon mehrmals bewiesen: Durch eine gewisse Hartnäckigkeit kann man auch auf den ersten Blick scheinbar Unmögliches möglich machen“, sagt Waizenauer. Man könne die Situation selbstverständlich neuerlich prüfen und versuchen, die Verkehrssituation der offenbar zu hohen Geschwindigkeit in diesem Bereich zu reduzieren, um dann den Schutzweg doch zu ermöglichen. Dazu sollen Experten alle realistischen Möglichkeiten prüfen und eine Lösung ausarbeiten.


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