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TIMELKAM. In der Marktgemeinde wurden drei Katzen vergiftet. Sogar von einem Katzenhasser ist die Rede. Tips sprach mit Tierarzt Walter Gnigler über das Thema.

Katzen sind empfindlich auf dieses Gift: Zwei Mäuse reichen, um eine Katze zu töten. Symbolfoto: Weihbold

Tips:Es geht das Gerücht um, dass in Timelkam ein Katzenhasser Giftköder auslegt. Was glauben Sie ist die Ursache, warum drei Katzen vergiftet wurden?

Gnigler: Die Symptome, die mir beschrieben wurden, sind bei allen drei betroffenen Katzen ident. Sie sprechen für eine Vergiftung mit Alpha Chloralose. Dieser Wirkstoff wird neuerdings in verschiedenen Rattengiften zur Anwendung gebracht. Er ist ein Nervengift und unterscheidet sich somit grundsätzlich von den üblichen und bewährten Giften, die auf einer Hemmung der Blutgerinnung bei den Nagern basieren. Die Aufnahme des Giftes durch die Katze kann über den Umweg einer vergifteten Maus erfolgen.

Tips:Wie wirkt das Rattengift Alpha Chloralose?

Gnigler: Dieses Gift ist in verschiedenen Produkten enthalten. Es kommt deshalb vermehrt auf den Markt, weil die bewährten Gerinnungshemmer nur mehr von professionellen Schädlingsbekämpfern verwendet werden dürfen, Alpha Chloralose aber frei verkäuflich ist. Die Tiere kommen in einen komatösen Zustand und beginnen gleichzeitig bei Reizen von außen mit massiven Zuckungen und Krämpfen. Es ergibt das Bild eines epileptischen Anfalles. Der Körper kühlt dabei aus, daher ist das Gift vor allem im Winter gefährlich. Dass diese neuen Nagergifte für unsere Haustiere so gefährlich sind, hat sich erst seit der breiten Anwendung des Wirkstoffes gezeigt. Sozusagen im Feldversuch. Selbst wenn der Wirkstoff vom Markt kommt, ist noch jahrelang mit Vergiftungsfällen zu rechnen, bis alle Bestände aufgebraucht sind. Im Winter sterben die Tiere schneller, weil im Koma schneller eine lebensgefährliche Unterkühlung vorliegt.

Tips:Wie kann man seine Haustiere schützen?

Gnigler: Leider kann man seine frei laufende Katze nicht vor Vergiftung schützen. Daher ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen von der Gefährlichkeit dieses Wirkstoffes wissen.

Verhalten im Notfall:

Wenn das Haustier zittert oder taumelt, sofort zum Tierarzt

Am wichtigsten ist, dass die Körpertemperatur mit Wärmematten stabilisiert wird

Die Therapie besteht auch aus Infusionen und krampflösenden Mitteln

Komatöse Tiere schlafen bis zu 48 Stunden und sind wie unter Narkose


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