Farbenfrohe PEZ-Ausstellung weckt frühe Kindheitserinnerungen
Im Museum Steinhumergut wurde vergangene Woche die PEZ-Sonderausstellung eröffnet. Sammler der kleinen bunten Zuckerl-Spender kamen zum Teil von weit her, um beim farbenfrohen Spektakel dabei zu sein.

Der Name „PEZ“ setzt sich ursprünglich aus „Pfefferminz“ zusammen, der Ur-Geschmacksrichtung der kleinen Zuckerl. Namensgeber war Eduard Haas III, der die Erfrischungstablette 1927 erfand. 1949 wurde schließlich die legendäre PEZ-Box erfunden. „Mitte der 40er-Jahre waren die Rohstoffe knapp und PEZ konnte nicht hergestellt werden. Da hat sich mein Großvater überlegt, eine neue Verpackungsart auf den Markt zu werfen, die eine hygienische Entnahme dieser Tabletten in Einzelform und mit einer Hand ermöglicht“, erzählt Nachfahre Eduard V Haas, der sich die Ausstellung nicht entgehen ließ. Ein Feuerzeugerfinder hatte schließlich die glorreiche Idee, wonach die ersten Spender in Feuerzeugform erschienen. In den 50ern kamen dann die ersten PEZ-Dispenser mit Charakterköpfen auf den Markt. Popeye lieh als Erster einem Spender sein Gesicht, dann der Geist Casper und Micky Maus.
Große Sammlerleidenschaft
Die PEZ-Ausstellung im Steinhumergut ist zur Gänze Eigentum des Linzers Günter Haidinger. Haidinger sammelt seit acht Jahren intensiv, wobei er in Kontakt zu Gesinnungsgenossen aus der ganzen Welt steht. „Die Sammler kommen aus ganz Europa, Amerika, Japan, Australien. Es ist eine Gruppe entstanden, in der man hin- und hertauscht. Wir haben auch jedes Jahr ein PEZ-Treffen in Linz, zu dem Sammler aus dreizehn Nationen kommen.“ Schon seit zwanzig Jahren von der PEZ-Leidenschaft ergriffen ist auch Gerald Kastner. In seiner Wohnung in Linz stehen bereits über 2000 verschiedene Figuren wohlbehütet in Vitrinen. „Die Sammlung ist so farbenfroh, dass ich keinen, der zu Besuch kommt, von den Vitrinen wegbekomme“, sagt er.
Angry Birds, Transformers und andere Figuren geplant
Heutzutage werden 85 Millionen Spender in 80 Ländern der Welt verkauft. 4000 verschiedene Figuren gab es in der jahrzehntelangen PEZ-Geschichte bereits, von denen es noch weit mehr Variationen gibt. „Heuer erscheinen die Figuren Angry Birds, Die Trolls, Finding Dory und Transformers“, verrät Gabi Miessbacher von der PEZ-Verkaufsabteilung. Fast sentimental wird Eduard V Haas beim Anblick der großen Sammlung: „Welche Freude der Großvater hätte, wenn er sehen könnte, was aus seinem Produkt, das weltweiten Ruhm errungen hat, heute geworden ist.“ Die Ausstellung ist noch bis 10. Juli geöffnet.


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