Schlosspark Traun wird vorerst nicht bebaut
TRAUN. Überraschende Wendung in der Stadtgemeinde Traun: Die Pläne zur Bebauung des Schlossparks Traun sind vorerst vom Tisch. Die Anzeichen deuten darauf hin, dass der Park so erhalten bleibt.

Konkret hat der Finanzausschuss der Stadtgemeinde Traun vergangene Woche den Antrag zur Fristverlängerung für den Verkauf des Parks von der Tagesordnung abgesetzt. Damit wurde beschlossen, dass es keine Fristverlängerung für den Verkauf geben wird und die aktuelle Frist mit 15. Juli endet. Für ein erneutes Vorhaben müsste ein neuer Antrag gestellt werden. Die Wohnungsgenossenschaft Lebensräume hat zuvor ihr Vorhaben, einen Teil des Trauner Schlossparks mit Wohnhäusern zu bebauen, vorerst zurückgezogen. Lebensräume-Geschäftsführer Robert Valenti dazu: „Wir möchten das Projekt nochmals mit unseren Architekten überarbeiten und haben dazu die Stadt gebeten, das Projekt vorerst aus der Evidenz zu nehmen.
„Bürgerinitiative „froh“
„Wir sind hocherfreut über den Entschluss der Wohnungsgenossenschaft“, sagt Gerhard Kraml von der Bürgerinitiative „Rettet den Schlosspark Traun„ im Tips-Gespräch. Gemeinsam mit Dorothea Spielbichler und Eti Zederbauer hat er die Bürgerinitiative, die vor allem in den Sozialen Medien aktiv ist, gegründet. Bereits vergangenen Herbst habe man 1853 Unterschriften gegen die geplante Bebauung des Trauner Schlossparks an die Stadtgemeinde Traun übergeben. „Bis heute zählte die Unterschriftenaktion mehr als 2000 Unterstützer“, so Kraml. „Und jetzt dieser Entschluss. Die Wohnungsgesellschaft will nicht mehr bauen. Wir müssen noch das Ende der Frist abwarten, aber das ist doch wirklich super und wir sind wirklich sehr froh“, freut er sich.
Politische Stimmen
Kurz nach Bekanntgabe der „Lebensräume“ meldete sich Bürgermeister Rudolf Scharinger (SPÖ) zu Wort: „Da der Schlosspark samt umliegenden Grünflächen durch den Ankauf diverser Grundstücke in den letzten Jahren auf rund 40.000 Quadratmeter angewachsen ist, hätte eine qualitätsvolle Bebauung auf diesem 7000 Quadratmeter großen Areal die Umgebung sehr aufgewertet.“ Städtebaulich wären mit diesem Projekt schöne Akzente gesetzt worden, ist der Bürgermeister überzeugt. „Jedoch liegen mir auch die Meinungen und Anliegen der Trauner sehr am Herzen“, sagt Scharinger. Auch der Trauner Vizebürgermeister Herwig Mahr (FPÖ), der gemeinsam mit der Trauner SPÖ zu den Befürwortern des Bauprojekts zählte, lenkte ein: „Wenn die Wohnungsgenossenschaft Lebensräume ihr Vorhaben nun zurückzieht, müssen wir dies zur Kenntnis nehmen, auch wenn ich eine qualitativ hochwertige Wohnbebauung befürworte. Andererseits sollten wir natürlich auch das Ohr an der Bevölkerung haben und deren Einwände ernst nehmen“, so Mahr. Somit bleibe der Trauner Bevölkerung ein großes Stück Lebensqualität erhalten, ist sich Kraml von der Bürgerinitiative sicher. Einen Antrag für ein erneutes Vorhaben hält er derzeit „für unwahrscheinlich“.
Fotos: Gerhard Kraml


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