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LINZ-LAND. Weil sie in Karenz ist, bekommt Kerstin Hellinger in Traun keinen Kindergartenplatz für ihre dreijährige Tochter. In einem offenen Brief machte sie ihrem Ärger Luft. An ihrer Situation ändert er aber nichts.

Kinder profitieren vom Kindergartenbesuch. Kerstin Hellinger will ihr Kind in eine solche „elementare Bildungseinrichtung“ schicken, bekommt aber keinen Platz. Foto: 2xSamara.com/Shutterstock.com

Den Brief adressiert Hellinger an Landeshauptmann Thomas Stelzer und Bürgermeister Rudolf Scharinger und veröffentlicht ihn auf Facebook. Die Sonderkindergartenpädagogin will ihre Tochter ab Herbst in einen städtischen Kindergarten schicken, weil sie ihr „nicht alles bieten kann, was sie für ihre Entwicklung braucht“. Bei der Stadt Traun bekommt sie eine Absage.

Karenz oder Arbeit

Der Grund für die Absage ist, dass Hellinger mit ihrer achtmonatigen Tochter in Karenz ist. Würde Hellinger arbeiten gehen, bekäme sie einen Platz. „Mein Kind wird also gegenüber anderen Kindern diskriminiert, weil mein Mann und ich uns für ein zweites Kind entschieden haben? Meine Erziehungsarbeit ist also nicht einmal eine Teilzeitanstellung wert?“, fragt Hellinger in dem Brief.

Reaktion der Stadt Traun

In einer öffentlichen Antwort erklärt Scharinger ausführlich, warum es keinen Platz für die Tochter gibt. Die Stadt Traun handle gemäß den gesetzlichen Grundlagen des Landes OÖ: „Übersteigt die Zahl der Anmeldungen die Zahl der verfügbaren Plätze, sind jene Kinder unter drei Jahren oder schulpflichtige Kinder bevorzugt aufzunehmen, deren Eltern berufstätig, arbeitssuchend oder in Ausbildung sind oder deren familiäre oder soziale Verhältnisse eine Aufnahme erfordern.“

Derzeit liegen in Traun 831 Anmeldungen auf, 655 Plätze können ohne Überschreitungen vergeben werden. „Dass wir nicht allen Kindern bereits ab dem dritten Lebensjahr, unabhängig vom familiären und beruflichen Bedarf, einen Platz anbieten können, ist natürlich bedauerlich. Wir ersuchen um Verständnis, dass hier keine Ausnahmen gemacht werden können“, erklärt Scharinger.

Privat zu zahlen

Kerstin Hellinger hat für ihre ältere Tochter eine private Kindergruppe für wenigstens zwei Tage pro Woche gefunden – die die Eltern selbst bezahlen. „Hier zeigt sich: Familienplanung ist Geldsache“, kritisiert Hellinger.

Kein Einzelfall

Nicht nur Traun hat damit zu kämpfen, dass die Zahl der Anmeldungen die Zahl der verfügbaren Kinderbetreuungsplätze überschreitet. „Natürlich gibt es auch in Kematen Aufnahmekriterien und Prioritätenreihungen – das ist im Sinne einer vorausschauenden Planung aus meiner Sicht auch zwingend notwendig. Für das kommende Kindergartenjahr konnten wir allen angemeldeten Kematner Familien eine geeignete Betreuungsform anbieten“, erklärt etwa Kematens Bürgermeister Markus Stadlbauer.

Kindergartenpflicht

„Die Anzahl der Plätze ist begrenzt. Die Vergabe richtet sich nach der Dringlichkeit. Kinder von Berufstätigen erhalten vorrangig einen Platz als von einer Mutter in Karenz. Für kindergartenpflichtige Kinder müssen wir einen Platz zur Verfügung stellen“, erklärt Sandra Wiesinger von der Gemeinde Pasching.

„In Leonding gibt es ab Herbst 943 Kindergartenplätze in 41 Gruppen. Im kommenden Betreuungsjahr erhalten alle Kinder, deren Eltern die Aufnahmekriterien erfüllen – etwa Berufstätigkeit und Kindergartenpflicht – einen Platz im Kindergarten“, erklärt Leondings Bürgermeisterin Sabine Naderer-Jelinek.


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elis
elis
18.07.2019 08:00

Kindergartenplätze

Eigentlich ist es bedauerlich, dass eine Mutter die zu Hause ist, ihr zweites Kind in einen Kindergarten "abschieben" will. Die Erziehung sollte doch zu großen Teil noch in der eigenen Familie stattfinden. Und eine Pädagogin noch dazu...... Finde ich schon sehr fragwürdig!


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