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Online Redaktion, 23.10.2017 15:50

TRAUN.  Im Tips-Interview zieht der Trauner Bürgermeister Rudolf Scharinger (SPÖ) Bilanz vom Vorjahr und gibt Einblick auf aktuelle und zukünftige Projekte für die Stadtgemeinde.

Trauner Bgm. Rudolf Scharinger (SPÖ) im Tips-Interview
Trauner Bgm. Rudolf Scharinger (SPÖ) im Tips-Interview

von ELISABETH ZEILINGER

Tips: Wie fällt Ihre Bilanz der letzten Monate aus?

Scharinger: Wenn man jetzt durch Traun geht, ist es ja momentan schon fast etwas ruhig geworden (schmunzelt). Alle großen Bauprojekte der Stadt Traun sowie südliche Bereiche und die Straßenbahnachse sind jetzt fertiggestellt. Der Wohnbau entwickelt sich weiterhin sehr gut. Es freut mich, egal wo ich hinfahre – alle Leute loben jetzt Traun, das sich sehr positiv entwickelt hat. Die Stadt ist schöner geworden. Das ist gut, denn man kann es nicht jedem Recht machen, aber wenn es unisono heißt ,das habt ihr gut gemacht“, dann ist man sicher, dass wir die richtigen Entscheidungen getroffen haben.

Tips: Ist die Nachfrage für Wohnungen stärker geworden?

Scharinger: Ja, es ist genügend Bedarf da, denn der Wohnort Traun ist durch die neue Straßenbahn interessanter geworden, auch für die Genossenschaften. Wir wollen qualitativ wachsen und man soll sich bei uns wohlfühlen. Wir möchten aber mit Maß und Ziel arbeiten und nicht zu dicht bebauen. Wenn Wohnungen gebaut werden, muss die Stadt ja die Infrastruktur wie Schulen, Kinderbetreuungsplätze und idealerweise auch Arbeitsplätze schaffen.

Tips: Folgen weitere Neubauten?

Scharinger: Mit den Neubauten werden wir jetzt eher zurückfahren. Jetzt konzentrieren wir uns einmal auf die Instandhaltung und Sanierungen von Gebäuden und auf die Erweiterungen von Kindergärten und der Krabbelstube. Vieles sieht man von außen ja nicht, z.B. wurden alle Schulen EDV-technisch ausgerüstet. Das sind Aufgaben einer Stadt, die nicht zelebriert werden wie Neueröffnungen, diese kosten aber einige Millionen Euro pro Jahr. Umgekehrt fließen diese Maßnahmen in die Trauner Wirtschaft, z.B. wenn unsere Firmen für Instandhaltungen beauftragt werden. 2018/19 wird vom Sozialhilfeverband das Bezirksaltenheim in Traun saniert. Die Zimmer werden auf den jetzigen Standard von Zwei- auf Einbettzimmer angepasst, neue Sanitäranlagen werden eingebaut und zeitgemäß modernisiert. Wenn alle Finanzierungsaussagen halten, dann rechnen wir zudem mit dem Baubeginn der neuen Landesmusikschule Traun im Frühjahr 2018.

Tips: Was ist verkehrstechnisch die größte Herausforderung für die Stadt Traun?

Scharinger: Ab Jänner fährt der Citybus halbstündig im neuen Takt, abgestimmt auf die Straßenbahn, das funktioniert dann besser. Der Zentralraum ist in den letzten Jahrzehnten verkehrstechnisch vom Land OÖ stiefmütterlich behandelt worden – hier gäbe es noch viel Bedarf, so fehlen noch der Obus vom Stadtfriedhof zur Trauner Kreuzung, die Autobahnanbindung von Traun nach Ansfelden, ein vierspuriger Ausbau Richtung Wels usw. Wenn man so einen starken Zentralraum mit z.B. Traun, Leonding und Ansfelden hat, dann hat man hier verkehrstechnisch versagt. Das ist wirtschaftswachstumshemmend und schädigt die Entwicklung der Region.

Tips: Braucht Traun ein weiteres Hotel?

Scharinger: Es gibt bereits Planungen zu einem Hotelprojekt nördlich der Spinnerei. Dort haben wir einen Hotelstandort vorgesehen. Man kriegt schwer Zimmer in Traun, daher ist Bedarf da. Entscheidend wird aber die Qualität des Hotels. Große Trauner Unternehmen, die viele Gäste haben und sich bislang immer auswärts einmieten, hätten Bedarf, den man abdecken muss. Auch die Seminargäste im Kulturpark Traun könnten hier untergebracht werden. Es gehört wohlüberlegt, daher dauert es noch ein bisschen bis zur Umsetzung.


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