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TRAUNKIRCHEN. Mit Gräberfeldern im Innenhof des Klosters und auf der „Klettenwiese“, einem mutmaßlichen Brandopferplatz auf dem Johannesberg und Siedlungen im ehemaligen Kostergarten weist Traunkirchen reiche Funde aus der späten Bronze- und älteren Eisenzeit auf. Künftig sollen sie im ehemaligen „Mesnerhaus“ des Klosters ein eigenes Museum bekommen.

Manfred Schindlbauer vor dem künftigen Museum
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Initiiert wurde das Projekt vom 2011 gegründeten „Verein Archekult – Initiative für Archäologie und Kultur in Traunkirchen“. Dessen Obmann Manfred Schindlbauer gelang es in den vergangenen Jahren, die vereinseigene Sammlung an archäologischen Fundstücken zu erweitern, dazu kamen Leihgaben des Landesmuseums. Besonders freute man sich, als das Bundesdenkmalamt die 1998 im Innenhof des Klosters gemachten Funde als Dauerleihgabe nach Traunkirchen zurück brachte. 

Vor rund einem Jahr entstand die Idee, für die Objekte, die derzeit in einem Ausstellungsraum im Gemeindeamt zu sehen sind, im ehemaligen „Mesnerhaus“ im Innenhof des Klosters eine neue Heimat zu schaffen.

Überregionale Bedeutung Traunkirchens zur Bronzezeit

Von einer überregionalen Bedeutung Traunkirchens zeugen vor allem reiche Funde aus der Urnenfelderzeit (10./9. Jahrhundert v. Chr.) und der Älteren Hallstattzeit (8./7. Jahrhundert v. Chr.). Der damalige Aufschwung der auf einer an sich siedlungsfeindlichen Stelle am Westufer des Traunsees gelegenen Siedlung sei allein durch einen engen Zusammenhang mit dem Bergbauzentrum Hallstatt zu erklären, so Manfred Schindlbauer: „Traunkirchen hätte es ohne Salz, ohne Hallstatt zur Bronzezeit nicht gegeben.“

Lebendige Schau, Workshops und Wechselausstellungen

Diese urgeschichtliche Bedeutung Traunkirchens soll im nun geplanten „Archäologischen Museum Traunkirchen“ ebenso präsentiert werden, wie die „Schätze des Salzkammerguts“: der Abbau von Salz, Silber, Gold und Kupfer im Salzkammergut. Und auch die frühen Salzwege, auf denen Hallstattsalz über Berg und entlang der Flüsse teils bis ans Schwarze Meer transportiert wurde, sind ein wichtiges Thema.

Wechselausstellungen mit ur- und frühgeschichtlichen Sammlungen aus anderen Gemeinden des Bezirks sollen die Dauerausstellung ergänzen. Die Einrichtung einer Fachbibliothek ist ebenso geplant wir die Errichtung eines archäologischen Rundweges.

Für eine Belebung des Museums sollen regelmäßige Vorträge und Workshops sorgen – auch das seit 2012 vom Verein Archekult jährlich organisierte „Fest für die Archäologie“ wird einbezogen.

„Wege zum Salz“

Das Museum soll nicht für sich alleine stehen: Im Rahmen des Regionalprojektes „Wege zum Salz“ ist eine enge Zusammenarbeit mit den umliegenden Regionalmuseen geplant. Weitere Ideen sind touristische „archäologische Themenfahrten“ durch das Salzkammergut, sowie Kooperationen mit Schulen. „Uns kommt hier „zugute“, dass im Oberstufen-Lehrplan der Höheren Schulen die Urgeschichte nicht mehr enthalten ist. Die Geschichte des Menschen beginnt für die Schüler erst bei den Griechen – diese Lücke könnte wir füllen“, schlägt Manfred Schindlbauer vor.

Hoffen auf Leader-Gelder

Zur Deckung des Finanzbedarfs von rund 300.000 Euro hofft man auf Mittel aus dem Leader-Fonds. Die Chancen dafür stehen gut, betont Leader-Geschäftsführerin Agnes Pauzenberger, die im Sommer mit einer Entscheidung rechnet. Angestrebt wird eine 60-prozentige Förderung, der Rest von etwa 120.000 Euro müsste von der Gemeinde kommen. „Es gibt sicher Flächen oder Wälder, die die Gemeinde nicht unbedingt braucht“, erklärt dazu Bürgermeister Christoph Schragl. Das Projekt wird – vorbehaltlich der Zuerkennung der Förderung – von allen Fraktionen im Gemeinderat getragen.

Eröffnung schon 2020

Der Zeitplan für das Projekt ist jedenfalls ambitioniert: „2020 wird das Kloster tausend Jahre alt. Zu diesem Jubiläum würden wir gern eröffnen – das ist zwar knapp, aber machbar“, so Schindlbauer.


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