Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

Vor etwa hundert oder mehr Jahren im Böhmerwald, gab es Zeiten mit dem gleichen Borkenkäfer-Befall wie heute, aber mit dem Unterschied, dass man den Wald sein Schicksal selber bewältigen ließ. Guter, gesunder Wald hatte den Käferbefall nicht zu fürchten, denn er rettete sich selbst sehr erfolgreich.

Holzfällerhäuschen im Böhmerwald
Holzfällerhäuschen im Böhmerwald

Die Besitzer des Böhmerwaldes warben um Zuzug junger Leute für die Besiedlung. Sie boten ein kleines Darlehen zur Errichtung des Eigenheimes aus Holz und den übrigen Angeboten des Waldes. Stube, Schlafstätte und einen Stall für zwei Kühe mit einer Scheune galten als Grundlage für eine kleine Waldbehausung. Dazu kam ein Angebot an Waldwiesen und Ackerböden. Vom Siedlungswilligen verlangte der Grundherr, dass ihm dafür bei der Waldrodung und im Holzschlag gratis und fleißig unterstützt werde. Für sein Dasein als Holzhauer händigte ihm sein Waldbesitzer eine Zugsäge, die Holzfällerkloibhacke mit etlichen Eisenkeilen aus.

Sechs Tage-Woche

Die Arbeit im Wald leitete ein Vorarbeiter für fünf bis acht solche Neusiedler. Arbeitsplatz war der Wald oder der Holzschwemmbach. Nur die Arbeitsstätte wurde seiner Gruppe befohlen. Sie musste bis zum stundenweit entfernt liegenden Holzschlag täglich mit oder ohne Murren für eine genau festgelegte Dauer bewältigt werden. Frei für die eigene Beschäftigung am Ausbau der Wohnstätte galt nur der Sonntag.

Treffpunkt Kirche

Das aber war auch der Tag des Herren, den man im Gotteshaus zu verehren hatte. Dazu gesellten sich die Frauen in einer Gruppe und auch die Männer gingen zusammen. Der Treffpunkt lag in Glöckelberg, wo man einmal die Woche alle sah, die nicht bloß arbeiten wollten im Wald, sondern auch dem Herrgott dankten, dass er ihnen den Platz zum Leben in der Stille des Waldes schenkte.

Verfasser: Fritz Winkler


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden