Ehemaliges Bezirksgericht: Im vierten Anlauf gelingt die Wiederbelebung

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Mag. Claudia Greindl Mag. Claudia Greindl, Tips Redaktion, 09.07.2019 16:25 Uhr

UNTERWEISSENBACH. Seine ältesten Teile stammen aus dem 14. Jahrhundert – jetzt wird dem alten Gerichtsgebäude, das seit Schließung des Bezirksgerichts im Jahr 2002 leer stand, neues Leben eingehaucht. Die Firma realGUT wird darin zeitgemäßen Wohnraum, Gewerbeflächen und Büros schaffen.

Seit 2005 ist das alte Gerichtsgebäude im Zentrum von Unterweißenbach im Besitz der Gemeinde und der Sparkasse, die es von der Bundesimmobiliengesellschaft erworben hatten. „Das Projekt von realGUT ist mittlerweile das vierte Konzept für das Haus“, weiß Bürgermeister Johannes Hinterreither-Kern.

Haus der Region

Einst war geplant, ein „Haus der Region“ der Mühlviertler Alm darin unterzubringen, einschließlich Platz für das Büro des Regionalverbands Mühlviertler Alm und der Tourismusinformation, das Gemeindeamt und multifunktionale Räumlichkeiten. „Dieses Vorhaben hat sich leider nicht verwirklichen lassen“, bedauert der Bürgermeister. Plan 2 lautete, die Sparkasse, das Gemeindeamt, das Notariat und die Musikkapelle einzuquartieren, was ebenso scheiterte. Aus Kostengründen wurde schließlich auch der Plan verworfen, in Zusammenarbeit mit der Sozialabteilung des Landes OÖ behindertengerechte Wohnungen einzubauen. Umso mehr freut es Johannes Hinterreither-Kern, dass es jetzt für die alten Mauern endlich eine neue Perspektive gibt. „Wir haben das Gebäude zum Verkauf ausgeschrieben. Es gab mehrere Interessenten, aber nur ein Angebot der Firma realGUT, hinter der die in der Region gut bekannten Baumeister Wolfgang und Ulrich Gutenthaler stehen.“

Nutzungskonzept gefordert

„Unsere Bedingung war die Vorlage eines Nutzungskonzepts“, so das Ortsoberhaupt. Mit den Plänen für seniorengerechte Wohnungen, Tiefgarage, Aufzug, Gewerbeflächen und Büroräumlichkeiten konnten sich die Hausbesitzer sehr gut anfreunden, der Verkauf wurde einstimmig beschlossen. Da Teile des Gebäudes unter Denkmalschutz stehen, war der Verkaufspreis laut Schätzgutachten mit 128.000 Euro moderat. „Das Bundesdenkmalamt muss in die Planung mit eingebunden werden. Die Denkmalschützer sind aber insofern entgegenkommend, als Teile der alten Bausubstanz abgerissen werden dürfen, um Platz für Neues zu schaffen“, berichtet Hinterreither-Kern.

Positiv für Ortskern

Mit dem von realGUT vorgelegten Nutzungskonzept sind die Verkäufer des alten Gerichts sehr zufrieden: „Es ist nach dem Haus der Musik, dem Familieninformationszentrum und dem neuen Spar-Markt ein weiterer Schritt zur positiven Entwicklung unseres Ortskerns.“

 

Von 1729 bis 1848 war das hakenförmige, zwei- bis dreigeschossige Gebäude Sitz der Pfleger und Landgerichtsverwalter der Herrschaft Ruttenstein, seit 1868 diente es als Bezirksgericht. Das Gebäude selbst stammt in Teilen aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Im Inneren befinden sich ebenerdig Räume mit Tonnen- bzw. Stichkappengewölben.

Quelle: https://austria-forum.org

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