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Franz Burner: „Uns Jägern geht es um eine entsprechende Sensibilisierung“

Andreas Hamedinger, 27.12.2021 14:32

URFAHR-UMGEBUNG. Ein Silvester ohne Böller und Raketen ist für viele Menschen undenkbar. Für die meisten Wildtiere ist die Knallerei aber eine Tortur.

Gerade im Winter brauchen Wildtiere – wie Rehe – besonders viel Ruhe und Kraftreserven. (Foto: Lubos Chlubny/shutterstock.com)

Es mag am Ende eines ereignisreichen Jahres für viele etwas Befreiendes sein, wenn zu Silvester Punkt Mitternacht das Feuerwerk gezündet wird und zwischen den Donauwalzerklängen die Raketen in den Nachthimmel geschickt werden. „Doch bei allem Verständnis für Spaß und Tradition gilt es, sich der ‚Begleiterscheinungen‘ der lustigen Knallerei bewusst zu sein“, wie Bezirksjägermeister Franz Burner zu bedenken gibt.

Freude mit Schattenseiten

In Österreich werden laut Jägerschaft rund 10 Millionen Euro für Kracher und Böller ausgegeben. Hinzu kommt, dass die Schadstoffbelastung in der Silvesternacht enorm ansteigt. Burner: „Und vor allem setzt der Lärm nicht nur den eigenen Ohren zu, sondern erzeugt bei Tieren enormen Stress. Während aber bei Haustieren noch die Möglichkeit besteht, als Besitzer schützend dem Tier zur Seite zu stehen und entweder in den eigenen vier Wänden zu bleiben oder mit dem Tier in eine ruhige Gegend zu fahren, sind Wildtiere zum Jahreswechsel komplett auf sich alleine gestellt.“

Todesgefahr bei Minusgraden

Wildtiere reagieren auf die für sie ungewohnten Störungen mit panikartiger Flucht und enormer Stressbelastung. „Nicht selten haben die Tiere extreme Angst. Vor allem, weil sie ein viel besseres Gehör haben als wir Menschen. Und diese Stresssituation kostet die Tiere enorm viel an Energie“, sagt Christopher Böck, Wildbiologe und Geschäftsführer des OÖ. Landesjagdverbandes, der erklärt: „Vor allem in der kalten Jahreszeit, wenn das Nahrungsangebot ohnehin niedrig sei und eventuell durch Eis und Schnee verschärft werde, könne eine zusätzliche, massive Belastung im Extremfall auch zum Tod durch Erschöpfung führen. Und mitunter passiert es auch, dass Tiere in Panik auf Straßen laufen und Unfälle verursachen“, warnt Böck. Burner und Böck betonen, dass man nicht den moralischen Zeigefinger erheben und den Menschen das Silvestervergnügen nehmen möchte: „Uns Jägern geht es um eine entsprechende Sensibilisierung. Etwa die Silvesterknallerei in der Nähe von Wäldern zu unterlassen. Rücksichtnahme ist auch besonders gefordert, wenn es um Wildtiere geht, die in der Stadt leben. Etwa Wasservögel auf stadtnahen Gewässern. Wird in ihrer unmittelbaren Nähe geknallt, schrecken sie auf und fliegen teilweise panisch weg, um sich einen neuen Unterschlupf zu suchen, den sie aber in dieser Zeit kaum finden.“ Burner dazu zusammenfassend: „Wildtiere brauchen gerade im Winter vermehrt Ruhe. Mit rücksichtsvollem Freizeitverhalten kann maßgeblich dazu beigetragen werden, dass Wildtiere die kalte Jahreszeit schadlos überstehen.“


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