Corona-Tests: Einführung einer Kostenpflicht wird diskutiert
BAD LEONFELDEN/OÖ. Es ist eine Frage, die derzeit vielerorts behandelt wird: sollen Corona-Tests wieder etwas kosten oder nicht? Tips hat unter anderem mit Thomas Veitschegger, Präsident der Apothekerkammer Oberösterreich und Betreiber der Bad Leonfeldner Maria Schutz-Apotheke, darüber gesprochen. Auch über die Tests in seiner eigenen Apotheke zieht Veitschegger dabei Bilanz.

Noch bis Ende März gibt es laut der Bundesregierung in ganz Österreich ein kostenloses und breitflächiges Testangebot. Ob sich dies nach dem März ändert, ist aktuell noch offen (Stand bei Redaktionsschluss, 14. Februar, 17 Uhr). Geht es nach dem Präsidenten der OÖ. Apothekerkammer, Thomas Veitschegger, so befürwortet dieser, die Kostenpflicht bei Corona-Tests zumindest in Betracht zu ziehen: „Ich würde schon sagen, dass man mit dem Beginn der Impfpflicht dann auch darüber nachdenken sollte, dass in Zukunft Corona-Tests zumindest für bestimmte Bevölkerungsgruppen kostenpflichtig werden.“ Auf lange Sicht müsse man sich laut Veitschegger außerdem die Frage stellen, wo Coronatests noch gebraucht werden und unter welchen Voraussetzungen. „Aber das ist eine politische Entscheidung“, betont dieser.
Test-Zwischenbilanz
Seit zirka einem Jahr wird auch in der Apotheke von Veitschegger, der Maria Schutz-Apotheke in Bad Leonfelden, fleißig getestet. Das Angebot werde gut angenommen, bilanziert Veitschegger gegenüber Tips. Und das, obwohl sich in der Stadtgemeinde einige Meter entfernt eine Teststraße befindet. Ein Mitgrund für den Zuspruch dürfte ein in der Apotheke angebotener Service sein: So werden dort Personen, meist ältere, von den Mitarbeitern zur Testung angemeldet, wenn diese etwa selbst kein Handy besitzen – auch wenn dies einen weiteren Aufwand für die Apotheke bedeutet.
Große Herausforderungen für die Apotheken
Aber nicht nur das: Allgemein habe die Krise bisher große Herausforderungen für die oberösterreichische Apothekerschaft gebracht. Mit dem Angebot von Gratis-PCR-Tests habe beispielsweise die Zusammenarbeit mit einem Salzburger Labor zu einigen Schwierigkeiten geführt, da dieses selbst überfordert gewesen sei. Und auch in personeller Hinsicht sei die Krise seither eine Herausforderung gewesen: Während die Tests in Leonfelden anfangs so noch mit dem eigenen Personal gestemmt werden konnten, wurde schließlich auf Fremdpersonal, wie Rotkreuzler und Medizinstudenten, zurückgegriffen. Antikörper-Tests könne man aktuell nicht durchführen. Und nicht zuletzt habe auch Covid-19 selbst die Personalsituation erschwert: Im vergangenen November waren so gleich sieben Mitarbeiter auf einmal positiv. Mittlerweile würde das Testgeschehen in der Apotheke allerdings rückläufig sein, trotz Omikron, so der OÖ.Apothekerkammer-Präsident.
Haberlander: Kein Festhalten an Gratis-Tests
Aber zurück zur Frage der Kostenpflicht bei Corona-Tests. Auch die oberösterreichische Gesundheits-Landesrätin und Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander hält es für „notwendig und richtig, dass wir uns aber die Frage stellen“. So müsse auch laut dieser neben der Frage, ob es die Vielfalt des Angebots noch brauche, ebenso jene gestellt werden, ob die Tests weiter gratis bleiben sollen oder nicht. „Es kostet Unsummen für die Steuerzahler. Daher ist das meiner Meinung nach auch eine berechtigte Frage und es muss nicht am Gratis-Test festgehalten werden.“


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