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KIRCHSCHLAG/ILNZ. Wer draußen gemütlich essen oder trinken will, hat es schon längst bemerkt: Wespen sind heuer besonders lästig. Warum das so ist und wie man sich am besten verhält, hat Martin Schwarz den Tips verraten. Der Kirchschlager ist Mitarbeiter im Biodiversitätszentrum (ehemals Biologiezentrum) Linz und international angesehener Schlupfwespenexperte.

Wespen sind heuer besonders lästig. (Foto: Ingo Bartussek - stock.adobe.com)
  1 / 2   Wespen sind heuer besonders lästig. (Foto: Ingo Bartussek - stock.adobe.com)

Gleich vorweg präzisiert der Leiter der Entomologischen Arbeitsgemeinschaft am Biologiezentrum Linz: „Wenn wir von Wespen reden, sind nur die Papierwespen oder Sozialen Faltenwespen gemeint. In dieser Gruppe geht es fast nur um die Deutsche Wespe (Vespula germanica) und um die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris), da dies die beiden einzigen Arten außer der Hornisse sind, die regelmäßig Obst anfressen und die lästig sind, wenn man draußen etwas isst oder trinkt“, sagt Martin Schwarz. Er bestätigt, dass es heuer tatsächlich mehr Wespen als üblich gibt. Das liege an den warmen Temperaturen in der Nestbauphase. „Ein trockenes, warmes Frühjahr ist für Wespen günstig. Dadurch schaffen es mehr Königinnen, ein Nest zu gründen. Gleichmäßig kalte Winter mit Schneelage helfen den Königinnen bei der Überwinterung – aber solche Winter gibt es kaum mehr. Zusätzlich spielen Krankheiten und auch noch andere Faktoren eine Rolle“, ergänzt Schwarz. Besonders viele Wespen wird man natürlich in der Nähe einer guten Nahrungsquelle mit reifem Obst finden.

Noch viele unbekannte Arten

Seit fünf Jahren leitet der Kirchschlager, der sein Interesse an Insekten schon in der Kindheit entdeckt hat, die Entomologische Arbeitsgemeinschaft Linz. „Das Spannende für mich ist die große Arten- und Formenvielfalt. Man kann immer wieder Arten finden, die man noch nicht gesehen hat. Auch für die Wissenschaft weltweit bisher völlig unbekannte Arten kann man immer noch bei uns entdecken.“ Die Entomologische Arbeitsgemeinschaft ist eine Anlaufstelle für alle, die näheres Interesse an Insekten haben. Es werden Vorträge, Exkursionen, Arbeitsabende veranstaltet und Interessierte mit Rat und Tat unterstützt. So kann etwa ein Stereomikroskop ausgeborgt werden. Das gesellige Beisammensein mit Gleichgesinnten spielt hier ebenfalls eine große Rolle. Mehr Infos: https://linz.entomologie.at/

Ruhe bewahren

Was rät nun der anerkannte Wespenexperte, wie man sich am besten verhalten soll? „In der Nähe von Wespen immer Ruhe bewahren, dann passiert in der Regel nichts. Wespen greifen den Menschen nur an, wenn sie ihr Nest in Gefahr sehen. Abseits vom Nest stechen sie von sich aus nicht, außer man hält sie fest oder sie werden irgendwo eingezwickt.“ Speisen und Getränke erst kurz vor dem Verzehr ins Freie bringen. Getränke immer zudecken, damit keine Wespen ins Glas kommen und damit die Wespen die Getränke möglichst wenig riechen können. „Eine Ablenkfütterung in der Nähe kann auch helfen, dass sie unsere Speisen etwas mehr in Ruhe lassen.“

Vorsicht bei Allergien

Während die Insekten für die meisten Menschen nur lästige Störenfriede sind, können sie für andere zur echten Gefahr werden. Etwa zwei bis drei Prozent aller Österreicher reagieren nach einem Stich allergisch auf das üblicherweise harmlose Gift von Wespe oder Biene. Bei einem anaphylaktischen Schock besteht Lebensgefahr. Wer von einer Allergie weiß, sollte immer ein Notfallmedikament dabei haben und auch Freunde und Bekannte darüber informieren.

Beim Roten Kreuz ist im Vergleich zu den Vorjahren eine Steigerung bei Einsätzen nach allergischen Reaktionen deutlich erkennbar. Auch die Feuerwehren, die nur ausrücken, wenn Gefahr in Verzug ist, mussten heuer schon viele Wespennester beseitigen.

Erste Hilfe nach Insektenstichen

• Stachel mit Pinzette entfernen

• Notruf absetzen

• Eigene Notfallmedikamente sofort einnehmen

• Stich mit Umschlägen kühlen; bei Stich im Mundraum und wenn Person ansprechbar ist: Eiswürfel lutschen

• Oberkörper erhöhen


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