Pothole Rodeo Balkan: Zwei Abenteurer aus Urfahr-Umgebung sammelten Spenden für Kinderheim
VORDERWEISSENBACH/HELLMONSÖDT. Franz Wolkerstorfer aus Vorderweißenbach und Jakub Fabian aus Hellmonsödt haben sich auf ein außergewöhnliches Abenteuer eingelassen: Beim „Pothole Rodeo Balkan“ des BackRoadClub legten sie in zwölf Tagen rund 4.500 Kilometer durch zwölf Länder zurück – mit einem mehr als 25 Jahre alten Auto und für einen guten Zweck.

Das Abenteuer begann bereits mit der Anmeldung zur außergewöhnlichen Rallye. Der BackRoadClub bietet Touren zwischen fünf und zwölf Tagen an. Als Neulinge entschieden sich Wolkerstorfer und Fabian gleich für die Balkanroute, die als eine der anspruchsvollsten gilt.
Die Voraussetzungen für die Fahrzeuge sind dabei ungewöhnlich: Zugelassen sind nur Autos, die mindestens 25 Jahre alt, mehr als 500.000 Kilometer gelaufen oder weniger als 1.000 Euro wert sind. Ihr Fahrzeug kam mit Motorschaden um 500 Euro in ihren Besitz. Jakub Fabian, der beruflich als IT-Spezialist arbeitet, machte den Wagen als Hobbyschrauber wieder pickerltauglich.
Start am Tor des Balkans
Der Start erfolgte am „Tor des Balkans“ in der Südoststeiermark. Von dort führte die Route durch die ungarische Puszta, die Karpaten, das Balkangebirge und das Dinarische Gebirge bis nach Griechenland ans Meer. Anschließend ging es über Albanien und den Westbalkan an die Adria, ehe die Rallye im Norden Kroatiens ihr Ziel fand.
Dabei geht es nicht darum, möglichst schnell die zahlreichen Checkpoints zu erreichen. Vielmehr steht der sogenannte Rodeo-Spirit im Mittelpunkt: Wer eine Panne hat, kann auf die Unterstützung anderer Teams zählen und hilft selbst, wenn Hilfe benötigt wird. So schleppten Wolkerstorfer und Fabian in Griechenland ein liegen gebliebenes Team ab. Obwohl das auf der Autobahn eigentlich nur Abschleppdiensten erlaubt ist, konnte die Situation dank entspannter Gespräche und der Gastfreundschaft der Einheimischen ohne Folgen geklärt werden.
Auch abseits der Straßen sammelten die beiden besondere Erfahrungen. Als sie in einem rumänischen Restaurant ihre Geldbörse vergaßen, erhielten sie diese am nächsten Morgen vollständig zurück. Für sie ein eindrucksvolles Zeichen der Ehrlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen entlang der Strecke.
Spenden für Kinderheim
Ein wichtiger Bestandteil der Rallye ist der karitative Gedanke. Alle Teams sammeln Spenden für wohltätige Projekte. Wolkerstorfer und Fabian entschieden sich für die Unterstützung eines Kinderheims im albanischen Fushë-Arrëz. Gemeinsam mit zahlreichen Sponsoren aus der Region und anderen Teams konnten mehr als 10.000 Euro gesammelt werden. Beim Besuch der Tagesstätte überzeugten sie sich persönlich davon, wie die Geld- und Sachspenden eingesetzt werden. „Es war für uns ein sehr emotionaler Moment, wenn du siehst was du mit wenig Unterstützung bewirken kannst. Gleichzeitig bist du dankbar, dass es deinen eigenen Kindern und Enkelkindern gut geht“, sind sich die beiden Asphalt-Cowboys einig.
Neben beeindruckenden Landschaften, Burgen und Schlössern aus der Zeit der Monarchie sowie monumentalen Bauwerken aus der kommunistischen Ära bleiben den beiden vor allem die Begegnungen mit den Menschen in Erinnerung. Deren außergewöhnliche Gastfreundschaft und das Gefühl, gemeinsam etwas Gutes bewirkt zu haben, machten das Pothole Rodeo Balkan zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Für Franz Wolkerstorfer ging damit außerdem ein lang gehegter Traum in Erfüllung: „Träume gehen bekanntlich nie in Rente. Mit 65 Jahren mit dem eigenen Auto am Meer in Griechenland zu stehen, hätte ich mir früher nie vorstellen können.“


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