18-Jähriger radelte alleine von Gallneukirchen nach Paris
GALLNEUKIRCHEN/PARIS. Ein ganz besonderes Abenteuer hat der Gallneukirchner Alexander Göweil im Sommer erlebt. Der 18-Jährige machte sich mit seinem Fahrrad ganz allein von seiner Stadtgemeinde aus nach Paris auf. Los ging es am 18. August, sein Ziel, den Eiffelturm, erreichte er am 30. August. 1.250 Kilometer und 9.000 Höhenmeter hat er dabei radelnd bewältigt – und das bei Wind und Wetter.

Der angehende Elementarpädagoge ist Schüler der Bafep-Linz, liebt Bewegung, Ausdauersport und ganz besonders Schwimmen, Laufen sowie Radfahren.
Der Startschuss seines Radtrips nach Frankreich fiel in Gallneukirchen um 7 Uhr früh am Marktplatz. Die ersten paar Kilometer begleitete ihn Opa Karl – ebenso auf dem Rad. Alexander startete in Richtung Deutschland, es ging nach Augsburg und Ulm über die Schwäbische Alb, „wo es in der Nacht nur acht Grad hatte“, so der Mühlviertler. Der bergige Schwarzwald wurde durchquert und dann nahm er Fahrt in Richtung Straßburg auf. „Die letzten Kilometer durch Paris waren sehr anstrengend, wegen des Verkehrs. Ich habe so ein Verkehrschaos noch nie erlebt“, berichtet der 18-Jährige. „Ich habe alles alleine geplant, auf der Tour war ich auch alleine unterwegs“, so der 18-Jährige. Rund ein halbes Jahr vor dem Start hat er mit der Planung seiner Radtour begonnen: wohin er fährt, welche Ausrüstung er braucht und was grundsätzlich sinnvollerweise mitsollte.
„Die Idee dazu kam nicht von heute auf morgen. Seit Jahren fahren wir als Familie immer wieder mal mit dem Rad auf Urlaub“, verrät der sportliche Gallneukirchner. Bei seiner ersten mehrtägigen Radreise mit seiner Familie von Innsbruck zum Gardasee sei seine Leidenschaft dafür entbrannt. Auf seinem Weg nach Paris ist er quasi täglich etwa von 8 Uhr bis gut 18 Uhr am Rad gesessen: „Körperlich war das eigentlich gar nicht schwer für mich. Eine große Herausforderung war jedoch das Wetter. Es hat echt viel geregnet“, berichtet Göweil, der ganz spartanisch in einem Schlafsack unter einem Zeltdach übernachtet hat. „Die Tour hat mir gezeigt, wie viel eigentlich möglich ist, wenn man etwas erreichen möchte. Ich denke, ich bin über mich hinausgewachsen.“
Was das Ziel der Ausfahrt war?
Sein Ziel sei nicht gewesen, die Fitness zu steigern oder irgendwelche Geschwindigkeitsrekorde zu knacken, sondern „vielmehr das Gesamtpaket mit dem Übernachten in der freien Natur. Wobei ich aufgrund eines Gewitters auch mal in einem Hotel schlafen musste. Und ich habe auch in einer Bushaltestelle übernachtet“, so Göweil, der das ganze Jahr hindurch mehrmals pro Woche am Rad sitzt.
Was Radfahren für ihn bedeutet?
Es bedeutet für mich Freiheit. Es ist ein toller Ausgleich während der Schulzeit“, so Alexander Göweil.
Und wieso fiel die Wahl auf Paris?
„Ich war noch nie in Frankreich und wollte mal den Eiffelturm in echt sehen“, klärt der Gallneukirchner auf, der bald Ähnliches wiederholen will.
Am Ziel in Paris angekommen, empfingen ihn seine Eltern Petra und Roland Göweil: „Wir waren die erste Zeit auch sehr nervös. Vor allem in den ersten Nächten habe ich nicht gut geschlafen“, berichtet seine Mutter. Die Reaktionen im Umfeld? „Alle haben ihn bestärkt“, so Petra Göweil. Sie hat sich über die Hilfe einer Werkstatt in Nürtingen gefreut: „Sein Gepäckträger ist gebrochen, er konnte nicht weiterfahren. Alexander hat dann jemanden gefunden, der ihn am Sonntag repariert hat. Er konnte ja nicht ohne Gepäck weiterfahren...“








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