Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

WALDING. Claudia Plakolm ist seit 2021 Mitglied der Bundesregierung Karl Nehammer. Als Staatssekretärin für Jugend-Agenden liegen der aus Walding stammenden Politikerin einige Anliegen besonders am Herzen. 

 (Foto: BKA/CHRISTOPHER DUNKER)
(Foto: BKA/CHRISTOPHER DUNKER)

Tips: 2023 wird ein herausforderndes Jahr. Welche Dinge werden auf die Menschen zukommen? Wie wird die Regierung darauf reagieren?

Pakolm: Zum einen arbeiten wir als Regierung natürlich weiter daran, die vielen Krisen zu bewältigen, die uns derzeit beschäftigen – Stichwort Versorgungssicherheit, Teuerung und Energieversorgung. Ziel muss sein, den Menschen in Österreich Stabilität zu geben, trotz Krieg, Teuerung und der Nachwirkungen von Corona. Gleichzeitig haben wir ein Regierungsprogramm, das wir weiter abarbeiten wollen, um die Zukunft in Österreich gut zu gestalten. Bei mir wird im kommenden Jahr das Thema „leistbares Wohnen“ im Fokus stehen. Aus meiner Sicht müssen wir zwei Dinge erledigen: Wir müssen die staatlichen Nebengebühren auf das erste Eigenheim abschaffen – hier muss auch der Koalitionspartner ein Einsehen haben. Und wir müssen die Eigenkapitalquote auf ein vernünftiges Maß bekommen. Die derzeitige Regelung halte ich für realitätsfremd und gefährlich.

Tips: Corona, der Ukraine-Krieg, steigende Preise, Klimawandel. Kann die Jugend überhaupt noch positiv in die Zukunft blicken?

Plakolm: Die aktuellen Herausforderungen sind nicht immer leicht. Auch nicht für die jungen Leute, die ja zum Beispiel von der Teuerung gleich stark betroffen sind, aber kaum auf Ersparnisse zurückgreifen können. Deshalb unterstützen wir auch sie in dieser Krise, sei es durch die Direkthilfen oder auch durch strukturelle Maßnahmen wie die Abschaffung der kalten Progression oder auch die fast 50 Prozent Anhebung des Grundentgelts für Zivil- und Grundwehrdiener. Gleichzeitig müssen wir wieder Perspektiven für junge Leute schaffen, damit wir von einer Generation Krise zu einer Generation Zuversicht kommen. Wir müssen es schaffen, dass es durch Leistung wieder möglich wird, sich etwas aufzubauen.

Tips: Das Vertrauen in die Politik schwindet oder ist immer weniger vorhanden. Wie kann man das schlechte Image wieder verbessern?

Plakolm: Dass sehr viele Leute – egal ob jung oder alt – derzeit von der Politik enttäuscht sind, das liegt sicher auch am Umgangston, da kann sich die gesamte Politik an der Nase nehmen. Dieses verlorene Vertrauen gewinnen wir nur mit sachlicher Arbeit wieder zurück und genau daran möchte ich auch im nächsten Jahr hart arbeiten.

Tips: Glauben Sie wirklich daran, dass das gelingt?

Plakolm: Ja, das glaube ich. Ich erlebe oft, dass Menschen sich mit guten Ideen einbringen und auch dankbar dafür sind, wenn die Politik positive Veränderungen umsetzt. Mit einer Kultur des politischen Hick-Hacks kann aber niemand etwas anfangen. Wir sollten uns mehr auf das Verbindende konzentrieren, das wäre im Sinne aller Parteien.

Tips: Welche Vorsätze haben Sie für dieses Jahr?

Plakolm: Jedenfalls weiterhin die Dinge in Angriff zu nehmen, die verbessert gehören. Neben dem Thema leistbares Wohnen nehme ich mir als Neujahrsvorsatz auch die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Ehrenamtliche in Österreich mit. Und ich werde weiter für ein besseres Image für die Lehre arbeiten, denn die Lehre darf nicht der Plan B sein, wenn es mit der Schule nicht so klappt, sondern das muss der Plan A für eine praktische Ausbildung sein.

Tips: Ist Ihnen noch etwas besonders wichtig?

Plakolm: Wenn man sich Rettung, Freiwillige Feuerwehr und viele andere anschaut, sieht man, wie sehr die Österreicher, speziell bei uns in OÖ, für andere einstehen. Ich möchte allen danken, die 2022 auf andere geschaut und dafür gesorgt haben, dass Österreich funktioniert, auch wenn es gerade viele Herausforderungen gibt. Das ist nicht selbstverständlich, aber Gott sei Dank ist die Hilfsbereitschaft stark in der österreichischen Seele verankert.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden