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GOLDWÖRTH. Birgit Wolfmair führt das Unternehmen Wolfmair Pulverbeschichtung in zweiter Generation. Im Tips-Interview gibt sie einen kleinen Einblick in das Leben als Unternehmerin.

Birgit Wolfmair mit Mitarbeiter Cana Mihedin (Foto: Wolfmair)
Birgit Wolfmair mit Mitarbeiter Cana Mihedin (Foto: Wolfmair)

Tips: Viele Menschen können sich unter Pulverbeschichtung nicht viel vorstellen. Könnten Sie kurz erklären, was Sie genau machen?

Wolfmair: Meine Mitarbeiter beschichten zum Beispiel Fassadenelemente oder Maschinenteile verschiedener Firmen. Durch die Beschichtung werden diese etwa wetterfest und die Nutzungsdauer verlängert sich.

Tips: Sie führen das Unternehmen seit 2005. Hat sich seit damals viel verändert?

Wolfmair: Ich hab schon vorher in der von meinen Eltern gegründeten Firma auf verschiedenen Posten gearbeitet. Ich kannte also bei der Übernahme die notwendigen Abläufe schon sehr gut. 2005 war es noch nicht so üblich, dass eine Frau ein technisches Unternehmen führt. Heute ist es eigentlich keine Besonderheit mehr, als Frau an der Spitze zu stehen.

Tips: Ist es schwer, genügend Mitarbeiter zu finden?

Wolfmair: Wir sind immer auf der Suche nach motivierten Mitarbeitern. Aber ja, der Facharbeitermangel ist noch immer ein Problem. Daher meine Bitte: Auch Mädchen sollen sich vermehrt für technische Berufe interessieren und bewerben.

Tips: Wie reagieren Sie auf den Facharbeitermangel?

Wolfmair: Der Großteil unserer 16 Mitarbeiter ist schon lange im Unternehmen. Diese können ihre eigenen Ideen einbringen und sind so ein wichtiger Teil des Unternehmens. Wir bieten unseren Mitarbeitern auch eine Vier-Tage-Woche. In unserem Fall funktioniert das Modell sehr gut.

Tips: Gerade in der Industrie gibt es viel internationale Konkurrenz. Wie sieht das in Ihrer Branche aus?

Wolfmair: Bei Massenprodukten hat man es als europäisches Unternehmen nicht leicht. Wir haben uns aber auf qualitativ hochwertige Erzeugnisse spezialisiert. In diesem Zusammenhang ist mir eines besonders wichtig: Die Qualität der Arbeit muss auch etwas wert sein.

Tips: Sie erwähnten die Vier-Tage-Woche. Warum haben Sie sich dazu entschlossen?

Wolfmair: Es muss neben der Arbeit auch ein Leben geben. So sind Sozialkontakte für die Mitarbeiter genauso wichtig wie das Einkommen.

Tips:Wie entspannen Sie selbst?

Wolfmair: Theater und Sport sind mir besonders wichtig. Daneben tanke ich bei Ausfahrten mit meinem Motorrad Kraft.

Tips:Gibt es einen Tipp, um erfolgreich zu sein?

Wolfmair: Man muss für eine Sache brennen, Interesse zeigen, dann fällt vieles leichter.

Tips: Machen Sie sich Gedanken über die Zukunft?

Wolfmair: Wer macht das nicht? Man macht sich über viele Dinge Gedanken, aber oft kommt es anders, als man es geplant hat. Und es gibt Entwicklungen, die man selbst nicht beeinflussen kann. Auch das muss man als Unternehmerin akzeptieren.


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