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Kinderbetreuung in Urfahr-Umgebung: 23 Schließtage bei Krabbelstuben, Kindergärten 17 Tage pro Jahr geschlossen

Mag. Jacky Stitz, 22.08.2026 14:14

BEZIRK. Die Ferien bedeuten für viele berufstätige Eltern organisatorischen Stress. Die Arbeiterkammer fordert deshalb verlässlichere und ganzjährig verfügbare Betreuungsangebote für Familien. Auch wenn die Bezirkszahlen aus Urfahr-Umgebung zeigen, dass der Bezirk nicht das Schlusslicht in Oberösterreich darstellt. Krabbelstuben im Bezirk sind im Schnitt an 23 Tagen pro Jahr geschlossen, Kindergärten an 17 Tagen. 

Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist eine Herausforderung (Foto: Symbolbild: Kzenon - stock.adobe.com)

So sind Krabbelstuben im Bezirk im Schnitt an 23 Tagen pro Jahr geschlossen, Kindergärten an 17 Tagen. Die wochenlangen Schulferien im Sommer treffen alle Schüler und deren Familien im selben Ausmaß. Daher fordert die Arbeiterkammer OÖ deshalb verlässlichere und ganzjährig verfügbare Betreuungsangebote für Familien.

„Solange es keinen Rechtsanspruch auf kostenlose, ganzjährige und ganztägige Kinderbildung und -betreuung ab dem zweiten Lebensjahr gibt, bleibt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für viele Eltern eine Herausforderung“, sagt etwa AK OÖ-Präsident Andreas Stangl.

Betreuungsschwierigkeiten vor allem bei Kindern im Volksschulalter

Um Eltern in Ferienzeiten zu entlasten, gibt es klare Vorgaben bei den Öffnungszeiten für Krabbelstuben, Kindergärten und ähnliche Einrichtungen. Das Oberösterreichische Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz schreibt vor, dass Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen mindestens 47 Wochen pro Arbeitsjahr geöffnet sein müssen. Laut Land Oberösterreich haben Betreuungseinrichtungen in Oberösterreich durchschnittlich nur 19,9 Tage pro Jahr geschlossen. In der Praxis zeigt sich jedoch ein anderes Bild. Gerade Eltern von Kindern bis zum Volksschulalter berichten in der AK-Beratung von großen Schwierigkeiten, passende und verlässliche Betreuungsangebote zu finden. Vor allem gibt es ein deutliches Gefälle zwischen Stadt und Land.

Krabbelstuben mit vielen Schließtagen

Laut aktuellem AK-Kinderbetreuungsatlas sind Krabbelstuben im Durchschnitt an 22,9 Tagen im Jahr geschlossen. Besonders betroffen sind ländliche Bezirke: Rohrbach mit 31,2 Schließtagen, Ried im Innkreis mit 28,5 Tagen und Braunau am Inn mit 26,2 Tagen liegen deutlich über dem gesetzlich vorgesehenen Wert. In Urfahr-Umgebung sind Krabbelstuben im Schnitt an 23 Tagen pro Jahr geschlossen. Die geringsten Schließzeiten gibt es hingegen in Linz-Land mit 16,4 Tagen, Wels mit 18,3 Tagen und Steyr-Land mit 18,8 Tagen.

Bei den Kindergärten zeigt sich ein ähnliches Bild

Zwar liegt der oberösterreichweite Durchschnitt mit 18,9 Schließtagen niedriger als bei Krabbelstuben, dennoch bestehen erhebliche regionale Unterschiede. Während Kindergärten im Bezirk Linz-Land nur 13 Tage pro Jahr geschlossen sind, sind es im Bezirk Rohrbach im Schnitt 27,9 Tage. In Urfahr-Umgebung sind Kindergärten durchschnittlich an 17 Tagen pro Jahr geschlossen.

Gesetzliche Öffnungspflicht wird nicht überall erfüllt

Die aktuelle Auswertung des AK-Kinderbetreuungsatlas macht deutlich: In vielen oberösterreichischen Gemeinden wird die gesetzliche Öffnungspflicht nicht erfüllt. Zusätzlich zeigen sich gravierende Schwächen im Gesetzesvollzug. Die angespannte finanzielle Lage vieler Gemeinden und der zunehmende Personalmangel tragen dazu bei, dass Ausnahmeregelungen verstärkt in Anspruch genommen werden, um die Vorgaben erfüllen zu können.

Sogenannte „geschlossene Betriebstage“ werden nicht zur Gesamtzahl der Schließzeiten gezählt. Dabei handelt es sich oft um einzelne geschlossene Tage pro Woche, die nicht zusammengerechnet werden. So entsteht auf dem Papier der Eindruck, dass die 47-Wochen-Vorgabe eingehalten wird, während die Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtung faktisch geschlossen ist.

Fehlende Betreuungsangebote benachteiligen Frauen

Sind die Kinder erst einmal aus dem Kindergarten, verschärft sich die Situation für viele Familien weiter. Gerade im Schulalter fehlen vielerorts passende Betreuungsangebote. Da nicht jede Gemeinde einen Hort hat und die ganzjährige Öffnungspflicht nicht für die Nachmittagsbetreuung an Volksschulen gilt, gibt es in vielen Gemeinden während der Sommerferien keine Betreuung für Volksschulkinder.

Die Folge ist, dass Eltern, meistens Frauen, ihre Arbeitszeit reduzieren oder nicht wieder voll in den Beruf zurückkehren. „Eltern brauchen verlässliche Strukturen für die Betreuung der Kinder. Nur mit einem flächendeckenden Angebot ab dem Krabbelstubenalter ist echte Vereinbarkeit von Beruf und Familie möglich“, so AK OÖ-Präsident Stangl.

Arbeiterkammer fordert Ausbau der Kinderbetreuung

Die Arbeiterkammer Oberösterreich fordert daher einen Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz ab dem zweiten Lebensjahr sowie eine kostenlose, ganzjährige und ganztägige Kinderbetreuung.

Zudem soll das Land Oberösterreich den Gemeinden ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung stellen, damit der Ausbau der Kinderbetreuung rasch, bedarfsgerecht und nachhaltig vorangetrieben werden kann.

Landeshauptmann-Stv. Christine Haberlander: „Kinderbetreuungsatlas ist keine offizielle Erhebung des Landes OÖ“

 „Ich habe den Anspruch, dass Kinderbildung und -betreuung ganzheitlich gedacht wird: Kinderland bedeutet daher in Oberösterreich neben echter Wahlfreiheit für die Eltern auch höchste Betreuungsqualität und für die steht Oberösterreich. Deshalb habe ich veranlasst, dass unsere Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen mindestens 47 Wochen pro Jahr geöffnet haben müssen“, so LH-Stv. Christine Haberlander.  Sie ergänzt,  “dass der Kinderbetreuungsatlas keine offizielle Erhebung des Landes Oberösterreich ist. Es haben rund 30 Prozent der Gemeinden keine Daten übermittelt.“

Haberlander verweist hier auf die aktuelle österreichweite Kindertagesheimstatistik 2024/25 der Statistik Austria: „Darin finden sich alle Gemeinden wieder und es ist die einzig verlässliche Statistik in diesem Bereich.“ Diese belegt: Auf Grund des Kinderland-Maßnahmenpakets mit der gesetzlich verankerten Mindestöffnungszeit von 47 Wochen liegt Oberösterreich mit durchschnittlich lediglich 19,9 Schließtagen im Jahr im Bundesländervergleich auf Platz 3 bei den wenigsten Schließtagen.  Zudem haben wir in Oberösterreich gesetzlich verankert, dass unseren Kindern mindestens fünf Wochen Ferien außerhalb der Kinderbetreuungseinrichtung zustehen. Denn vor allem unsere Kleinsten haben auch ein Recht auf Ferien und Zeit mit ihren Eltern, heißt es aus dem Büro von LH-Stv. Christine Haberlander.


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