Vandalenakte: Serientäter überführt
BEZIRK VÖCKLABRUCK. Der Polizei ist es gelungen, einen 74-jährigen Graffiti-Sprüher, der seit 2004 für unzählige Sachbeschädigungen verantwortlich ist, zu überführen. Der Täter sprühte politisch motivierte und fremdenfeindliche Schriften unter anderem auf Kirchen- und Friedhofsmauern, Transformatoren, Buswartehäuser, Privathäuser, Flüchtlingsheime und Wahlplakate.

Seit 2004 verursachte der Pensionist teilweise massive Sachschaden in den Gemeinden Ungenach, Ottnang, Atzbach, Niederthalheim, Rutzenham, Oberndorf, Pitzenberg, Pilsbach, Timelkam, Regau, Aurach, Frankenburg, Schwanenstadt und Attnang-Puchheim, indem er auf öffentliche Gebäude, Kirchen, Friedhofsmauern, Privathäuser usw. mit roter Farbe Worte wie „Asylanten, Moschee, Ali, Türken, Neger, Jugo, IS, SPÖ, ÖVP, usw.“ aufsprühte. Besonders auffällig waren dabei die Rechtschreibfehler, die der Sprüher dabei immer wieder machte.
Im Herbst des Vorjahres leitete dann Chefinspektor Hans-Jürgen Hofinger vom Kriminalreferat des Bezirkspolizeikommandos Erhebungen ein. „In den vergangenen Tagen wurden koordinierte Überwachungsmaßnahmen in den betroffenen Gemeinden durchführt und die Erhebungen und Ermittlungen intensiviert“, erzählt Hofinger. Schließlich konnte ein 74-jähriger Pensionist aus dem Raum Schwanenstadt als mutmaßlicher Täter ausgeforscht werden. Er legte im Zuge der Vernehmungen ein umfassendes Geständnis ab und erklärte den Beamten, dass er bei diversen Veranstaltungen, Gasthausbesuchen usw. oft verärgert und frustriert nach Hause gefahren sei, wobei ihn die Motivation zu den Taten fast immer spontan überkommen sei. Als Motiv gab er an, dass er verärgert sei über die teilweise heuchlerische und übertriebene Unterstützung der Flüchtlinge. Dabei kümmere sich niemand mehr um die Leute in Österreich, denen es auch nicht gut gehe.
Insgesamt hat der Mann 115 verschiedene Objekte, darunter die Basilika in Puchheim, die Friedhofsmauer in Ungenach, Transformatoren, Privathäuser, Flüchtlingsunterkünfte, Wahlplakate und vieles mehr besprüht. Der Gsamtschaden dürfte rund 60.000 Euro betragen. Der Beschuldigte, der bereits mit einer entsprechenden Schadensgutmachung begonnen hat, wird nach Abschluss der Erhebungen wegen des Verdachts der schweren Sachbeschädigung der Staatsanwaltschaft Wels angezeigt.


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