Dokumentarfilm „An einem Tag im April“ in ORF III
ATTNANG-PUCHHEIM. Der Dokumentarfilm „An einem Tag im April – Ein Dorf im Fadenkreuz der Alliierten“ über die Bombardierung von Attnang-Puchheim wird am 8. Mai um 22.50 Uhr auf ORF III ausgestrahlt.

Im April 1945 flüchtete der 15-jährige Helmut Böhm mit seinem zweijährigen Bruder Werner vor der herannahenden Roten Armee aus Brünn in Richtung Westen. Kurz nach ihrer Ankunft in Attnang-Puchheim bricht am 21. April 1945 einer der verheerendsten Bombenangriffe des gesamten Luftkriegs im österreichischen Raum über den vermeintlich sicheren Ort herein. Der Angriff von exakt 300 US-Bombern, die in einem Zeitraum von etwa drei Stunden 2.338 Bomben auf Attnang-Puchheim werfen, tötet 13 Prozent der Bevölkerung und vernichtet 53 Prozent der Gebäude.
Mangelnde Koordination
Abseits dieser bekannten Fakten fördert der Dokumentarfilm weitere erstaunliche Erkenntnisse zutage. So ist die unverhältnismäßige Schwere des Angriffs auf mangelnde Koordination zweier Staffeln der US Army Air Forces zurückzuführen, die unabhängig voneinander einen Angriff auf Attnang-Puchheim planten und zu ihrem eigenen Erschrecken gleichzeitig ihr Zielgebiet erreichten.
Zeitzeugen-Interviews
Durch einfühlsame Zeitzeugen-Interviews wird in der Filmproduktion, in der Robert Breber Regie führte und Eva Kurz die redaktionellen Geschicke leitete, ein außergewöhnlicher Mikrokosmos gezeigt, der modellhaft für die Situation der Zivilbevölkerung am Ende des Zweiten Weltkriegs steht. Der 45-minütige Dokumentarfilm handelt nicht nur von der Zerstörung eines Ortes, sondern vor allem auch von den Dynamiken, die von der Bombardierung in Gang gesetzt wurden und dem daraus hervorgegangenen Trauma, das in den nachfolgenden Generationen bis heute wirkt.


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