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VÖCKLABRUCK. Hate Crime, zu deutsch Hasskriminalität, und gewaltfreie Kommunikation sind zwei gesellschaftlich nicht nur interessante, sondern auch aktuelle Themen. Ersteres wird derzeit intensiv am Bezirkspolizeikommando geschult, während die gewaltfreie Kommunikation ein Präventiv-Angebot an Bildungseinrichtungen darstellt.  

Astrid Miller und Michael Eichinger halten in Schulen und Bildungseinrichtungen, aber auch in Firmen Vorträge zum Thema gewaltfreie Kommunikation. Foto: GFK

Als Hasskriminalität (englisch für „Hassverbrechen“: hate crime) werden laut Definition Straftaten bezeichnet, bei denen das Opfer des Delikts vom Täter vorsätzlich nach dem Kriterium der wirklichen oder vermuteten Zugehörigkeit zu einer gesellschaftlichen Gruppe oder auch einem biologischen Geschlecht gewählt wird und sich die Tat gegen die gewählte Gruppe als Ganze beziehungsweise in diesem Zusammenhang gegen eine Institution, Sache oder ein Objekt richtet. „Vorurteilskriminalität kann eine zusätzliche Strafe oder eine Verschärfung der Strafe nach sich ziehen“, sagt der Präventionsbeamte am Bezirkspolizeikommando Michael Eichinger, der mit seiner Kollegin Lisa Grabner die Kollegen am Bezirkspolizeikommando dafür entsprechend sensibilisieren und vorbereiten soll. Man ist mitten in den Vorbereitungen, an die 200 Beamte werden geschult. Das neue Gesetz tritt mit 1. Dezember in Kraft. Die Beamten müssen dann etwaige bestehende motivische Hassgründe in ihren Bericht zu einer Tat verpflichtend berücksichtigen und aufnehmen. Das heißt, es muss im Bericht angeführt sein, wenn die Tat aufgrund dieses Vorurteilsprinzips stattgefunden hat. Schutzwürdige Gruppen haben gewisse Identitätsmerkmale, wie Alter, Behinderung, Geschlecht, Hautfarbe, Religion, sozialer Status und so weiter.

Gewaltfreie Kommunikation

In einer zweiten Sache ist Michael Eichinger ebenfalls aktiv. Es geht dabei um gewaltfreie Kommunikation. Zusammen mit Astrid Miller vom Verein „Gewaltfreie Kommunikation (GFK) Austria“ ist er unterwegs, um in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen über das Thema zu berichten und Prävention zu betreiben. In erster Linie richtet sich das Angebot an Pädagogen, es ist aber natürlich für alle interessant, die an der Schule wirken – also für Kinder und Eltern. Unterstützung in Form von deeskalierender Hilfe leisten die beiden Experten auch bei laufenden Gewaltvorkommnissen. „Es ist in solchen Fällen wichtig, dass wir rasch hinzugezogen werden und nicht zuviel Zeit verstreicht“, so Eichinger. Es geht generell darum, ein Bewusstsein zu schaffen für gewaltfreies Denken. Und dabei geht es um den Abbau von Vorurteilen ebenso wie die Reflektion des eigenen Denkens und Tuns. Diese Seminare kosten und die Schulen sind mit unterschiedlichen finanziellen Mitteln ausgestattet. Man müsse den finanziellen Spielraum der Schulen so gestalten, dass diese Workshops auch durchgeführt werden können, empfiehlt Eichinger. Er und Astrid Miller wollen auch in Firmen mit Lehrlingsausbildung Präventivarbeit leisten.

Gewaltfreie Kommunikation:

Donnerstag, 1. Oktober, 15–16.30 Uhr (bei Schönwetter),

Stadtplatz Vöcklabruck: „Dialog am Brunnen“;

18–21 Uhr, OKH: Austausch, Inputs und Workshops

(Anmeldung: 0664/4329852)


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