„Lüften, Hände waschen, Maske tragen und Abstand halten“
BEZIRK VÖCKLABRUCK. Seit heute, Dienstag, befindet sich Österreich wieder im strengen Lockdown. Die „Covid-19-Notmaßnahmenverordnung“ bringt generelle Ausgangsbeschränkungen.

Der Handel wurde bis auf wenige Ausnahmen geschlossen, ebenso wie die Dienstleistungsbetriebe. Die Pflichtschulen wurden wieder auf Distance Learning umgestellt. Mit den einschneidenden Maßnahmen soll sichergestellt werden, dass der Lockdown stark genug wirke - „nur so können wir die Überforderung des Gesundheitssystems verhindern, nur so können wir im Dezember das Land wieder schrittweise hochfahren und so ein Weihnachtsfest und die Vorweihnachtszeit retten“, so Bundeskanzler Sebastian Kurz. Erklärtes Ziel sei, dass am 7. Dezember die Pflichtschulen und der Handel wieder öffnen.
Druck lässt nicht nach
Im Bezirk Vöcklabruck gibt es rund 1.350 Infizierte (Stand 16. November, 8 Uhr). Das sind 9,84 Promille der Gesamtbevölkerung von 137.297 Bürgern. Aber es gebe derzeit keine Fallhäufungen mehr, die auf größere Einzelereignisse zurückzuführen sind. Das Virus habe sich im privaten bzw. familiären Bereich oder im Zusammenhang mit dem Arbeitsplatz ausgebreitet, so Bezirkshauptmann Johannes Beer. In den Krankenhäusern spitze sich die Lage zu. „Es gibt keine andere Möglichkeit, als zu Hause zu bleiben“, so Beer: „Was unseren Bezirk betrifft, so lässt der Druck bislang noch nicht nach“, steht für ihn fest. Er weist auch nochmals auf die Grundregeln hin: Lüften, Hände waschen, Masken tragen und Abstand halten.
Kontrollen der Quarantäne
Auch die Einhaltung der Absonderungsbescheide werde überprüft. Von der Polizei wurden im Bezirk Vöcklabruck in den vergangenen Tagen stichprobenartig etwa 150 Personen kontrolliert, die sich in Quarantäne befinden müssen. „Hier ist die Disziplin zum Glück sehr hoch. Nur in einzelnen Fällen wurden die Personen nicht angetroffen“, verrät Beer. Die Kontrollen werden auch in den nächsten Wochen und Monaten fortgesetzt.
Transparenz
Nach zahlreichen Anfragen von Medien aber auch Privatpersonen wurde vergangene Woche die Entscheidung getroffen, die Zahl der Infizierten in den einzelnen Gemeinden des Bezirks dreimal wöchentlich zu veröffentlichen. Die Daten sind auf der Homepage des Landes Oberösterreich zu finden. „Es gibt ein tiefes Bedürfnis, mehr zu erfahren“, weiß Beer. Besorgte Bürger meinten, manche würden die Lage vielleicht ernster nehmen, wenn man wisse, wie viele Fälle es in der eigenen Gemeinde gebe. „Diese Gemeindezahlen sagen aber eigentlich nichts aus“, gibt Beer zu: „Denn beispielsweise kann ja auch eine Großfamilie in einer kleinen Gemeinde betroffen sein und deswegen ist die Zahl so hoch.“
„Schmerzlich, aber leider notwendig“
„Dieser Lockdown ist schmerzlich, aber leider notwendig. Wenn wir weiterhin allen Landsleuten die beste medizinische Versorgung bieten wollen und unsere Spitäler vor einem Kollaps bewahren wollen, dann braucht es jetzt leider harte Maßnahmen. Ich bitte alle Landleute jetzt mitzuhelfen, die Ausbreitung des Virus zu bremsen. Ohne ihre Mithilfe werden wir es nicht schaffen“, mein Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer.


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