Ehepaar organisiert privaten Hilfstransport für Kroatien

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Martina Ebner Martina Ebner, Tips Redaktion, 20.01.2021 08:02 Uhr

VÖCKLABRUCK. Kurz nach Neujahr haben Barbara und Ivica Sikic beschlossen, den Erdbebenopfern in Sisak (Kroatien) zu helfen und einen Hilfstransport organisiert. Er fiel viel größer als geplant aus.

Mit Whatsapp-Nachrichten an Freunde ging es los. Drei Tage wurde gesammelt, abgeholt und organisiert. „Wir wollten einfach helfen, weil es eine Naturkatastrophe ist“, so die beiden. Gemeinsam mit ihrer Familie und Freunden verständigten sie viele Vöcklabrucker und luden zum Spenden von Decken, Jacken, Matratzen, Schlafsäcken und Heizstrahlern ein.

Welle der Hilfsbereitschaft

„Hier in Vöcklabruck haben uns Menschen beim Packen und Sortieren geholfen, manche haben uns sogar Spritgeld gegeben“, sind die Vöcklabrucker Unternehmer begeistert. Sogar Jausen wurden vorbeigebracht. „Wir bedanken uns bei allen, die uns bei dieser Aktion geholfen haben!“ Am 5. Jänner wurden die Spenden zusammengepackt und die Genehmigung für einen Hilfsgütertransport am Feiertag traf ein. Am Dreikönigstag ging die Fahrt nach Kroatien los: mit einem 12,5 Tonnen Lkw, einem 3,5 Tonnen Bus und einem 2,6 Tonnen Anhänger – vollgestopft mit Matratzen, Notbetten, Decken, Polstern, Bettwäsche, Winterjacken, Radiatoren und Schlafsäcken.

Selbst Erdstoß erlebt

Vor Ort halfen unzählige Freiwillige beim Entladen, Sortieren, Verteilen und Essen kochen. Als das Ehepaar Sikic gerade tanken war, gab es erneut einen Erdstoß. „Es war wirklich unheimlich“, so die beiden.

Mittlerweile sind ein paar Tage vergangen und das Paar kann das spontane Abenteuer Revue passieren lassen: Einen Hilfstransport zu organisieren – und zwar während eines Lockdowns – war keine leichte Aufgabe. Noch am Tag vor der Abfahrt telefonierten die beiden mit Fuhrunternehmen, Speditionen, der Wirtschaftskammer und schließlich mit dem Salzburger Landesamt für Verkehrsrecht, um sicherzugehen, dass sie mit einer Bescheinigung als Hilfstransport auch wirklich am Feiertag fahren dürfen. Spontan wurde auch noch ein Upgrade auf einen 12,5 Tonnen Lkw arrangiert. Am Abend vor der Abfahrt hatte sich das Ehepaar dann einem Corona-Test unterzogen. „Wir haben eigentlich wirklich hoch gepokert – aber nicht absichtlich. Wir haben einfach gemacht und getan und uns bemüht“, so Barbara Sikic.

Dank an Helfer

Die beiden sind sich einig: „Wenn was nötig ist, dann funktioniert es auch. Was soll, wird sein dürfen! Und alle haben uns geholfen, Türen aufgemacht, Wege bereitet!“ Kein Wunder also, dass es Ivica und Barbara Sikic ein Anliegen ist, den vielen Helfern zu danken: „Es hat uns ermutigt und soll alle ermutigen: Hilfe anpacken, zusammenhalten, tun, was man kann, bemüht sein, niemals aufgeben, gemeinsam schaffen wir das!“

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