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TIMELKAM. Die Römer haben während ihrer Besetzung des Königreiches Norikum (15 v. Chr. bis 485 n. Chr.) entlang ihrer Straßen in vielen Orten Stationen für den Wechsel der Pferde errichtet. Eine solche Station hat es auch in Vöcklabruck gegeben.

Der römische Berieselungskanal mit dem begleitenden Fahrweg unterhalb von Obereck im Jahr 2018 Foto: Siegfried Offenberger

Siegfried Offenberger hat im historischen Archiv der Marktgemeinde Timelkam und in den Aufzeichnungen des Schulleiters Josef Berlinger geblättert und interessante Infos zusammengefasst: Für die Pferde benötigte man viel Futter, welches auf großen Wiesen erwirtschaftet wurde. Eine dieser Wiesenflächen gab es auf der großen Ebene bei Oberregau. Zu dieser Zeit hat es für einen entsprechenden Ertrag der Wiesen nur wenig Dünger gegeben, weshalb die Wiesen intensiv bewässert werden mussten.

Offener Wasserkanal

Die Römer haben dafür das Wasser aus der Reichen Ager entnommen und dazu einen parallel zur Ager verlaufenden offenen Wasserkanal errichtet. Der Kanal verlauf entlang der Berglehnen von Obereck und Untereck und ist noch heute an vielen Abschnittsbereichen gut sichtbar.

Von den Römern erbaut

Er begann bei der heutigen Papierfabrik Lenzing und verlief südlich der Ager, bis zum Beginn der Wiesenflächen in Oberregau. Der Kanal ist im Jahr 1919 von Franz Rendl, Forstverwalter in Leonstein, genau vermessen worden. Sein Gefälle beträgt bei einer Länge von vier Kilometern 8,11 Meter, das ist ein Gefälle im Maßstab von 2:1000. Als Erbauer des Kanals kommen für den Timelkamer Heimatforscher Josef Berlinger (1903 bis 1934) nur die Römer infrage, weil zu dieser Zeit außer den Römern niemand in der Lage gewesen wäre, derartige Kanäle zu nivellieren. Nur die Römer hatten die Ingenieure, welche, wenn auch mit primitiven Mitteln, genau den Ausgangspunkt einer derartigen Bewässerungsanlage bestimmen konnten. Die Römer hatten auch die notwendigen Arbeiter und Sklaven zur Verfügung, um derartige Anlagen zu errichten.

Beliebter Wanderung

Für die notwendigen Erhaltungsarbeiten wurde der Kanal zusätzlich auch von einem Fahrweg begleitet. Dieser Fahrweg, der auch mit dem Namen Samerweg bezeichnet wird und in Regau weiter bis in das Regauer Ortszentrum verläuft, ist im Ortsbereich von Regau noch heute als Römerweg beschildert und wird heute gerne auch als Wanderweg benutzt. Im Bereich der Marktgemeinde Timelkam gibt es mit diesen Anlagen ein 2.000 Jahre altes, wertvolles historisches Denkmal.


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