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VÖCKLABRUCK. Zwischen dem Lebzelterhaus und dem ehemaligen Wirtshaus Schmid-Leingartner wurde ein Durchgang freigelegt, der ab sofort auch öffentlich genutzt werden kann.

v.l.: Manfred Münch, Günther Gschwandtner, Franz Steizinger, Edith Wimmersberger, Sonja Pickhardt-Kröpfel, Elisabeth Kölblinger, Herbert Theil und Pia KastnerFoto: Stadtamt

Die Gasse verbindet den grabenseitigen Hintereingang des Lebzelterhauses mit der Hinterstadt. Auf direktem Weg gelangt man nun von der Schöndorfer Kirche bis zum Stadtplatz. „Die Stadt der kurzen Wege ist für uns nicht nur ein Schlagwort, sondern wird Schritt für Schritt ganz konkret umgesetzt“, freut sich Bürgermeisterin Elisabeth Kölblinger.

Blick ins Geschichtsbuch

Damit wird ein Stück Vöcklabrucker Historie wiederbelebt: Die Gasse war ursprünglich eine der mittelalterlichen Reihen, die angelegt wurden, um im Brandfall schnellstmöglich Wasser vom Stadtgraben in die Innenstadt schaffen zu können.

Das angrenzende Lebzelterhaus selbst, indem nunmehr die Stadtbibliothek, die Stadtgalerie und der Trauungssaal untergebracht sind, blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Seit dem 18. Jahrhundert sind unter dieser Adresse Lebzelter bekannt. Bis ins Mittelalter war die Herstellung von Lebkuchen bei den Klöstern und Herrschaften gelegen, als die Städte dann immer mehr an Bedeutung gewannen, entwickelte sich die Zunft der Lebzelter.

Sie hatten das Recht, Lebkuchen und Met herzustellen und betrieben die Wachszieherei (Kerzenherstellung). Die meisten Lebzelter waren auch Imker und verarbeiteten ihren eigenen Honig. Da dieser ein sehr wertvolles und teures Lebensmittel war, war die Lebzelterei ein einträgliches Geschäft.

Letzter privater Besitzer war der Wachsfabrikant Franz Bednar. Dessen Tochter war mit einem Grafen verheiratet, der eine Mühle in Schalchham betrieb und damit Pleite machte. Da die Familie Bednar eine Bürgschaft übernommen hatte, musste sie das Haus in der Hinterstadt verkaufen. Auf diesem Wege kam es in den Besitz der Gemeinde Vöcklabruck.

Im Juli 1924 wurde das Gebäude um 700 Millionen Kronen von der im Eigentum der Gemeinde befindlichen Sparkasse erworben. Ab diesem Zeitpunkt waren die Sparkasse und die Stadtgemeindekanzleien hier untergebracht. Somit ist die Gemeinde seit dieser Zeit Besitzerin. Bis Ende der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts logierte hier dann das Arbeitsamt.

Lösung nur provisorisch

Heute ermöglicht die in erster Linie von den Mitarbeitern des städtischen Bauhofs freigelegte Gasse ein rasches Passieren vom Graben in die Innenstadt. Die Lösung ist derzeit nur provisorisch, eine endgültige Fertigstellung kann es erst nach der Wiedereröffnung des Wirtshauses Schmid-Leingartner geben.


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