Desselbrunner Verein Pro Sudan startet Schulprojekt für 60 Kinder
DESSELBRUNN. Im August 2025 besuchte der Obmann Hans Rauscher vom Verein ProSudan erneut den Südsudan. Das Armencamp der Mundari in Juba, in dem rund 10.000 Menschen unter prekären Bedingungen in Zelten und Wellblechhütten leben, war einer der Schwerpunkte seiner Reise.

„Die Menschen dort sind mir zu einer Herzensangelegenheit geworden“, sagt Hans Rauscher. Vor zwei Jahren begann der Verein dort ein Schulprogramm für die Kinder im Lager. Rund 60 Kinder erhalten seither die Möglichkeit, eine Schule zu besuchen. Übernommen werden Schulgebühren, Schuluniform, Schulausrüstung sowie in Ausnahmefällen auch Transportkosten. Die Unterstützung bezieht sich zunächst auf die Elementarbildung der Schulstufen eins bis acht.
Die Finanzierung dieses Bereiches erfolgt durch ProSudan. Die Schulbildung der Oberstufe (Senior eins bis vier) wird von Missio Austria übernommen. Darüber hinaus ist geplant, den jungen Menschen eine anschließende Berufsausbildung oder ein Studium zu ermöglichen. Die Kosten dafür werden auf etwa 15.000 Euro geschätzt. Für ein Kind belaufen sich die jährlichen Ausbildungskosten auf rund 300 Euro. Dabei handelt es sich nicht um eine einmalige Förderung, sondern um eine fortlaufende Unterstützung, damit Bildung dauerhaft gewährleistet werden kann.
Die Kinder werden vom Koordinator des Projekts vor Ort, Primo Wani Andrea, betreut. Eine Liste der Schulkinder mit ihren Daten liegt auf, auch die Schulleistungen werden dokumentiert.
Gemeindeentwicklung am Hai Malakal-Camp
„Neben dem Schulprojekt am Friedhofscamp ist uns auch die soziale Entwicklung im Camp wichtig“, erklärt Rauscher. Gemeinsam mit den Chiefs des Camps wurden verschiedene Maßnahmen vereinbart. Kulturelle Veranstaltungen wie Stammestänze sollen gepflegt werden. Außerdem ist der Bau eines Basketball- und eines Fußballplatzes vorgesehen.
Die von der Hilfsorganisation Medair errichtete medizinische Versorgungsstation soll permanent nachgerüstet und betreut werden. Dort ist auch eine Schreibtafel für Alphabetisierungsprogramme geplant. Zudem soll die bestehende Kirche renoviert werden, um sie besser als Mehrzweckgebäude nutzen zu können.
Als wichtige Hygienemaßnahme wurden regelmäßige Müllsammelaktionen eingeführt. „Am vorletzten Tag meines Besuches haben wir bereits eine solche Aktion gestartet“, so Rauscher. „Die Idee wurde sehr positiv aufgenommen. Viele Erwachsene und vor allem die Kinder beteiligten sich begeistert.“
Inspiriert von einer Kürbispflanze im Camp regte Rauscher außerdem an, die bereits gereinigten Flächen künftig für den Anbau von Gemüse zu nutzen.


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