Schulprojekt in Vöcklabruck: Gymnasiasten helfen Volksschulkindern beim Lernen
VÖCKLABRUCK. Wenn Jugendliche zu Mentoren werden, profitieren beide Seiten. In Vöcklabruck zeigt das Projekt „UP!“ eindrucksvoll, wie Bildungsgerechtigkeit gelingt.

Mit dem Kooperationsprojekt „UP!“ arbeiten die Volksschule 1 und das BRG Schloss Wagrain eng zusammen – und schaffen damit eine Brücke zwischen zwei Bildungswelten.
Lernen auf Augenhöhe
Initiiert wurde das Projekt von Manfred Kienesberger, Direktor des BRG Schloss Wagrain, und Tom Hutchison Leiter der VS1 Vöcklabruck. Ziel ist es, Oberstufenschüler gezielt als Mentoren für Volksschulkinder auszubilden.
Sieben Jugendliche haben sich im Herbst für das von Clemens Jäger entwickelte Wahlpflichtfach „UP!“ entschieden. Dort erwerben sie nicht nur theoretisches Wissen über Lern- und Lehrmethoden. Sie lernen, Lernziele zu formulieren, Motivation zu fördern und Lernprozesse professionell zu begleiten.
Individuelle Förderung mit Wirkung
Seit November wird das Konzept praktisch umgesetzt. Jeder Jugendliche begleitet ein Kind der VS1 individuell beim Lernen. Im Eins-zu-eins-Setting erhalten die Volksschulkinder gezielte Unterstützung, die im regulären Klassenverband oft schwer möglich ist.
Der geringere Altersunterschied wirkt dabei als Türöffner. Die Jugendlichen sind nahbare Vorbilder. Hemmungen fallen schneller, die Lernmotivation steigt spürbar. Regelmäßige Erfolgserlebnisse stärken zudem das Selbstvertrauen der Kinder nachhaltig.
Gewinn für beide Generationen
Doch auch die Mentoren profitieren. Wer Verantwortung für ein jüngeres Kind übernimmt, reflektiert automatisch die eigenen Lerngewohnheiten. Soziale Kompetenzen wachsen, Empathie und Selbstorganisation werden gestärkt.

