Wo Blumen noch im Rhythmus der Natur wachsen dürfen
TIMELKAM. Auf ihrem Feld lässt Marlene Lukas Schnittblumen, Kräuter und essbare Blüten im Rhythmus der Jahreszeiten wachsen – weitgehend in Handarbeit, ohne Pestizide und mit Regenwasser.

Ein Feld ist für Marlene Lukas weit mehr als landwirtschaftliche Nutzfläche. Unter dem Namen „Nektar & Ambrosia“ verbindet sie in Timelkam nachhaltige Klein-Landwirtschaft mit ihrer Arbeit als Kommunikationsdesignerin. Nach Erfahrungen mit Permakultur und der Ausbildung zur landwirtschaftlichen Facharbeiterin begann Lukas mit dem Schnittblumenanbau. Heute wachsen auf ihrer Fläche einjährige Blumen, Stauden, essbare Blüten, Kräuter für Teemischungen und etwas Gemüse in Mischkultur. Eine Wildblumenwiese ergänzt das vielseitige Feld.
Vom Samenkorn bis zur Ernte
Ein Großteil der Arbeit wird von Hand und mit nur wenigen technischen Geräten erledigt. Die Aufgaben reichen von Planung und Aussaat über die Aufzucht der Jungpflanzen bis zu Pflege und Ernte. Unterstützt wird Lukas dabei von ihrer Familie.
Gerade diese Form der Landwirtschaft fasziniert sie. „Man kann ohne viel Infrastruktur und größere Investitionen in technische Gerätschaften auf kleiner Fläche eine große Vielfalt erzeugen“, sagt Lukas. Statt auf möglichst gleichförmige Pflanzen setzt sie bewusst auf unterschiedliche Farben und Formen. Die Blumen folgen ihrer natürlichen Vegetationsperiode und blühen vom Frühling bis in den Herbst. Auf Pestizide verzichtet Lukas. Kurze Wege sorgen dafür, dass die Blumen frisch vom Feld in die Vase gelangen.
Eine seltene Besucherin auf dem Feld
Dass sich auf dem Feld auch tierische Gäste wohlfühlen, zeigte eine besondere Begegnung: Lukas entdeckte eine Blauschwarze Holzbiene – eine auffällige Wildbienenart, die sie zuvor selbst noch nicht kannte. Das Erlebnis blieb ihr im Gedächtnis. Schließlich soll die Fläche nicht nur Blumen hervorbringen, sondern auch Lebensraum und Nahrungsquelle für Insekten und Vögel sein.
Obstbäume sowie Wild- und Ziergehölze gehören ebenfalls zum Projekt. Lukas bezeichnet diese Kombination unterschiedlicher Pflanzen als ihren „Mini-Agroforst“. Die Vielfalt soll langfristig zu einem widerstandsfähigen Ökosystem beitragen.
Blumen, Tee und essbare Blüten
Besonders spannend findet Lukas Pflanzen, die sich mehrfach nutzen lassen. Dazu gehören etwa Wilde Möhre, verschiedene Monarden, Muskatellersalbei oder Pimpinelle. Manche landen zunächst als Schnittblume im Strauß, liefern essbare Blüten oder können später für Teemischungen verwendet werden. Beobachtung spielt bei der Bewirtschaftung eine wichtige Rolle. Wetter, Boden und Pflanzen bestimmen immer wieder neu, welche Arbeiten gerade notwendig sind. Regenerative Landwirtschaft und ständiges Lernen bilden die Grundlage ihres Konzepts.
Trockenheit wurde zur Herausforderung
Wie unmittelbar der Anbau von der Natur abhängt, zeigte die heurige Trockenperiode. Lukas bewässert hauptsächlich mit Regenwasser. Entsprechend anspruchsvoll wurde das Wassermanagement. Neben Aufzucht, Jäten, Schneiden und Verarbeiten gehörte die Versorgung der Pflanzen mit ausreichend Wasser zu den größten Herausforderungen der Saison.
Beim sogenannten Slowflower Farming verbinden sich für Lukas schließlich ihre beiden beruflichen Welten. Als Kommunikations- designerin beschäftigt sie sich mit Formen, Farben und Ästhetik. Auf dem Feld findet sie all das in der Natur wieder. Ihre Blumen werden für private Sträuße, Feste und Unternehmen angeboten. Darüber hinaus baut Lukas essbare Blüten für die Gastronomie und Kräuter für Teemischungen an.








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