10 Jahre Dialyse am Salzkammergut-Klinikum Vöcklabruck
VÖCKLABRUCK. Zehn Jahre ist es her, dass am Salzkammergut-Klinikum Vöcklabruck zum ersten Mal Dialysepatienten behandelt wurden. Durch die Eröffnung der Dialysestation wurde es damals möglich, einem Teil der chronischen Dialysepatienten, die bis dahin nach Wels oder Linz fahren mussten, eine wohnortnahe Versorgung anzubieten. Organisatorisch ist die Dialysestation der Internen Abteilung des Salzkammergut-Klinikums Vöcklabruck angegliedert. Dadurch ist eine ununterbrochene fachärztliche Betreuung gewährleistet.

Bei chronischen Nierenerkrankungen im Endstadium kommt es durch die Einschränkung bzw. den Verlust der Nierenfunktion zu einer verminderten Ausscheidung von verschiedenen Abbauprodukten des Körpers sowie zu schwerwiegenden Störungen des Wasser- und Mineralstoffhaushalts. Das führt zu einer „Harnvergiftung des Blutes“ (Urämie), wodurch der gesamte Organismus der Patienten in Mitleidenschaft gezogen wird. In so einem Fall benötigen die Betroffenen eine Dialyse. Dabei werden die Giftstoffe mit einem Filter aus dem Blut ausgewaschen. Die Hämodialysebehandlung ist, ebenso wie andere Nierenersatztherapien - Bauchfelldialyse und Nierentransplantation - eine Errungenschaft der modernen Medizin, die dem Menschen trotz unzureichender oder sogar ganz fehlender Nierenfunktion ein gutes Weiterleben ermöglicht. Die Wirksamkeit dieser Entgiftung erreicht zwar nicht die von gesunden Nieren, ermöglicht aber den Patienten in Kombination mit einer entsprechenden Ernährung und eingeschränkter Flüssigkeitsaufnahme über Jahre, manchmal sogar Jahrzehnte, eine vergleichsweise gute Lebensqualität. Mittlerweile werden im Salzkammergut-Klinikum Vöcklabruck in einem 5-Schicht-Betrieb auf 6 Plätzen 30 Patienten behandelt. Ein weiterer Platz ist für Akutfälle reserviert, von denen es allein im Jahr 2014 250 gab. In Summe wurden seit der Eröffnung 2005 mehr als 35.000 Dialysen durchgeführt. „Durch die Erweiterung der Kapazitäten können wir seit Sommer 2014 noch mehr Dialysepatienten als bisher betreuen. Die Abendschicht ist dabei vor allem für jene Patienten wichtig, die im Berufsleben stehen und erst nach Dienstende zur Dialyse kommen können“, sagt Oberärztin Maria Bernadette Roberts, Leiterin der Dialysestation am Salzkammergut-Klinikum Vöcklabruck. „Viele der Patienten sind seit der Eröffnung 2005 bei uns in Behandlung, dadurch ist der Ablauf auf der Station mittlerweile sehr familiär. Für mich ist es besonders schön, zu sehen, dass diese Menschen trotz Dialyse ihre Lebensfreude behalten - zwei Hochzeiten von Patientinnen sind dafür ein schönes Zeichen.“ Das bestätigen auch die zwölf Mitarbeiter im Pflegebereich, die über langjährige praktische Erfahrung und eine entsprechende Zusatzausbildung verfügen. „Unsere Patienten kommen dreimal pro Woche für mindestens 4 Stunden zu uns. Da entsteht natürlich eine gewisse Vertrautheit, die uns besonders auszeichnet. Manche der Patienten freuen sich sogar auf die Dialyse, weil sie hier etwas Ansprache und Abwechslung von ihrem Alltag finden“, erklärt Thomas Neuhauser, Stationsleiter der Dialysestation am Salzkammergut-Klinikum Vöcklabruck. „Das multidisziplinäre Team, das neben Ärzten und Pflegekräften auch Physiotherapeuten, Seelsorger und Diätologen umfasst, ist darum bemüht, jeden Patienten und jede Patientin ganzheitlich zu betreuen. Unsere Patienten profitieren aber auch von der sehr guten Zusammenarbeit der verschiedenen medizinischen Fachrichtungen im Salzkammergut-Klinikum Vöcklabruck - wie etwa bei der gefäßmedizinischen Versorgung. Dieser „Rundumservice“ ist uns sehr wichtig, immerhin verbringen Dialysepatienten rund 1.000 Stunden im Jahr hier auf unserer Station - da sollen sie sich auch gut aufgehoben fühlen.“


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden