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Menschen mit Beeinträchtigung geben auf Sozialen Medien Einblick in ihren Corona-Alltag

Wolfgang Macherhammer, 12.01.2021 11:52

VÖCKLABRUCK. Menschen mit Behinderung sind eine Gruppe, die in der Gesellschaft wenig gehört und eingebunden wird – auch in der aktuellen Krise. Zeit, das zu ändern: Bewohner und Beschäftigte der Lebenshilfe berichten auf der Facebook- und Instagram-Seite der Lebenshilfe OÖ über ihren Corona-Alltag.

Um einen Beitrag zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus zu leisten, bleiben Bewohner in den Wohnhäusern und arbeiten im Home-Office. Foto: Lebenshilfe

Angst um die eigene Gesundheit und die seiner Liebsten, Isolation, Sehnsucht nach gewohnten Strukturen und Normalität. Menschen mit und ohne Beeinträchtigung haben aktuell mit denselben Themen zu kämpfen. Der große Unterschied: Erstere sind insgesamt viel weniger sichtbar in der Gesellschaft und werden daher auch in der aktuell schwierigen Zeit weniger gehört und eingebunden. Die Lebenshilfe Oberösterreich macht einmal mehr darauf aufmerksam.

Aufholbedarf bei Inklusion

„Unseren Beschäftigten und Bewohner geht es aktuell wie allen anderen Menschen auch: Sie sehnen die Normalität zurück“, sagt Geschäftsführer Gerhard Scheinast. Gleichzeitig ist klar: Die Normalität von Menschen mit Beeinträchtigung schaut leider oft noch anders aus: Für sie ist „in normalen Zeiten“ eine gewisse soziale Distanz Alltag. Menschen mit Beeinträchtigung können nicht einfach Fortgehen, Freunde treffen oder Ausflüge machen, wenn ihnen gerade danach ist. Sie sind bei vielen Tätigkeiten auf Hilfe angewiesen und es gibt noch viel Aufholbedarf bei der Inklusion. „Aktuell erleben Menschen ohne Beeinträchtigung zu einer gewissen Weise, wie es Menschen mit Beeinträchtigung ihr ganzes Leben lang geht. Nehmen wir diese Erfahrung zum Anlass und gehen wir nach der Krise bewusster aufeinander zu und setzen uns gemeinsam für die Verwirklichung einer inklusiven Gesellschaft ein.“

Die Lebenshilfe Oberösterreich, größter Träger der Behindertenarbeit in OÖ, setzt sich seit ihrer Gründung im Jahr 1969 in Vöcklabruck für eine selbstverständliche Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigung in der Gesellschaft ein. In den rund 70 Einrichtungen (Werkstätten und Wohnhäusern) werden knapp 2.000 Menschen mit Beeinträchtigung begleitet. Um einen Beitrag zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus zu leisten, wurden alle Angehörigen von Menschen mit Beeinträchtigung in Werkstätten, denen es möglich ist, ersucht, die Begleitung zu Hause zu übernehmen.

Die Wohnhäuser sind natürlich uneingeschränkt im Betrieb und Bewohner bleiben zur Reduzierung von Kontakten dort. In den Wohnräumen wurden Arbeitsplätze eingerichtet und die Bewohner arbeiten „im Homeoffice“. Daneben vertreibt man sich mit Fernseher und PC, Büchern, Gesellschaftsspielen, Kochen und Backen oder Spaziergängen die Zeit.

Mehr über ihren Corona-Alltag, ihre Wünsche und Sorgen, erzählen Menschen mit Beeinträchtigung auf www.facebook.com/lebenshilfe.ooe und auf Instagram: lebenshilfe_oberoesterreich


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