Beerenzeit: Die kugeligen Sommerfreunde haben wieder Saison
FRANKENMARKT. In vielen heimischen Gärten sind sie nicht wegzudenken: die Beerensträucher. Direkt vom Strauch schmecken sie am besten; doch auch für begnadete „Sommerverlängerer“ gibt es einige Möglichkeiten, wie Seminarbäuerin Hermine Spitzer weiß.

„Derzeit haben wir es sehr bunt in unserem Beerengarten. Heidelbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Stachelbeeren, schwarze, weiße und rote Ribisel, Maulbeere und Erdbeeren haben aktuell Saison. Wenn in unserem Garten die Erdbeeren reif sind, beginnt für mich der Sommer“, freut sich die 38-jährige Frankenmarkterin.
Das Auge isst mit
Der Erntezeitpunkt der kleinen Vitaminbomben hängt von der jeweiligen Sorte ab. Den Beginn machen die Erdbeeren, dann werden die Himbeeren und jetzt die Heidelbeeren, Brombeeren und Maulbeeren reif. Die Ribiselernte beginnt meist - passend zum Namen - rund um den Johannistag, also dem 23. Juni. Zum Frühstück genossen, peppen Beeren jedes Joghurt oder Müsli auf; dekorativ aufgelegt, zum Beispiel als Gesicht, sind sie besonders für Kinder ein Hit. Im Wasserkrug aromatisieren sie das Leitungswasser auf ganz natürliche Weise. Wer lieber zu geistigen Getränken greift, dem sei ein Schnaps oder ein Likör aus Beeren empfohlen.
Klein aber oho
„Beeren sind echte Vitaminbomben und enthalten viele Mineralstoffe sowie sekundäre Pflanzenstoffe. Die gesundheitlichen Wirkungen können sie am besten entfalten, wenn die Beeren vollreif geerntet und dann gleich verzehrt oder verarbeitet werden. Außerdem sind sie vielseitig in der Küche verwendbar. Vom Salat - ob pikant oder süß im Obstsalat, als Fülle für Strudel oder Topfenknöderl oder als Sauce zu Knödel, zum Kaiserschmarrn oder zum Eis. Für eine schnelle Mehlspeise empfehle ich eine Biskuitrolle mit Obersfüllung, die man mit frischen Beeren vermengt“, erklärt Spitzer, die seit 2018 Seminarbäuerin ist.
Reifezeitpunkt ist entscheidend
Beim Pflücken ist der richtige Reifezeitpunkt entscheiden, um den vollen Geschmack zu bekommen. Wichtig ist es, die Früchte nach der Ernte nicht zu lange liegen zu lassen, zum Beispiel Erdbeeren für maximal zwei Tage im Kühlschrank. Ribisel sollte man immer so lange wie möglich an den Stielen lassen, dann bleiben die wertvollen Inhaltsstoffe geschützt. Brombeeren reifen nicht nach, daher ist bei dieser Sorte die vollreife Ernte wichtig. Dieser Zeitpunkt ist erreicht, wenn sie leicht von den Stielen gelöst werden können. Im Gegensatz dazu reifen Heidelbeeren noch ein wenig nach. Generell sind alle Beeren sehr druckempfindlich, daher ist es besser sie sofort zu verarbeiten oder zu essen.
Schnell weiterverarbeiten
Wenn nach der Ernte die Zeit zum Weiterverarbeiten fehlt, dann ist es am einfachsten, die Beeren einzufrieren. Hermine Spitzer empfiehlt, sie locker auf ein Blech aufzulegen, schockzufrosten, in Tiefkühlbeuteln abzupacken und an Regentagen zu Marmelade oder Saft zu verarbeiten. „Erdbeeren enthalten viel Wasser, daher püriere ich sie immer gleich und friere mir das Püree ein. So hat man auch im Winter was davon“, rät Spitzer.
Eigener Naschgarten
Die zweifache Mutter hat ihren Naschgarten daheim nach ihren eigenen Vorlieben gestaltet. „Bei uns wachsen Himbeeren, Heidelbeeren, Brombeeren sowie rote und schwarze Ribisel. Die wilde Himbeere ist von selber dazu gekommen, das macht für mich diese Sorte zu etwas ganz Besonderem. Die Ernte ist zwar mühsam, da sie viele kleine Stacheln hat. Ihr Geschmack ist sehr süß, durch die vielen kleinen Körner ist sie recht knackig und stabil. Sogar wenn ich sie aus dem Tiefkühler nehme, schaut sie aus, wie frisch vom Strauch. So habe ich auch im Winter immer Beeren zum Dekorieren.“


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden