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Zentrale Zuweisung der Pflegeplätze im Bezirk Vöcklabruck bringt mehr Transparenz

Emma Salveter, 09.04.2024 13:06

BEZIRK VÖCKLABRUCK. Seit 1. April erfolgt bei den Alten- und Pflegeheimen im Bezirk Vöcklabruck eine zentrale Heimplatzzuweisung, die von Experten vorgenommen wird. Das neue System ist nachvollziehbarer und transparenter und für die Antragsteller ändert sich dabei nichts.

Symbolfoto (Foto: Kzenon/stock.adobe.com)
photo_library Symbolfoto (Foto: Kzenon/stock.adobe.com)

Eine Besonderheit im Bezirk Vöcklabruck ist die Vielzahl der Heimträger. Es gibt derzeit 14 Heime, von denen drei der Sozialhilfeverband (SHV) stellt, neun Heime in Gemeindehand und zwei private. Um den öffentlichen Haushalt der Gemeinden zu entlasten werden in den nächsten Jahren nach und nach Alten- und Pflegeheime von Gemeinden in den SHV integriert. In St. Georgen im Attergau fand dieser Trägerwechsel bereits zu Jahresbeginn statt. Der Baubeginn ist im Frühjahr nächsten Jahres geplant.

Auch das Heim in Vöcklamarkt wird folgen und in den SHV integriert werden. Geplanter Baubeginn ist Herbst 2025. Die beiden Heime sollen dann 2027 bezugsfertig sein. Das Land Oberösterreich hat Kaufinteresse am Bezirksalten- und Pflegeheimes in Pfaffing, um dort eine Pflegeeinrichtung für ältere Menschen mit Beeinträchtigung in der Region betreiben zu können. Mit dem Neubau eines Bezirksalten- und Pflegeheimes in der Marktgemeinde Vöcklamarkt, können dann die Mitarbeiter und Bewohner in ein nahgelegenes neues Haus übersiedeln.

Zentrale Zuweisung der Pflegeplätze

Bis 2040 wird es im Bezirk rund 70 Prozent mehr Pflegebedürftige geben. Die zentrale Zuweisung ist seit April in Kraft und bringt mehr Transparenz und Nachvollziehbarkeit bei der Vergabe von Betreuungsplätzen. Im ersten Schritt wenden sich die Betroffenen an die zuständige Sozialberatungsstelle, von denen es sechs im Bezirk gibt. Dort wird professionelle Beratung und Unterstützung bei der Antragstellung angeboten. In vielen Fällen ist nicht immer gleich ein Platz in einem Pflegeheim notwendig und das Ziel ist eine mobile Betreuung daheim so lange wie möglich.

Wenn der Heimplatz aber notwendig ist, wird ein Antrag gestellt und die unterlagen an die BH übermittelt. Dort prüfen fachkundige „Koordinatoren für Betreuung und Pflege“ jeden Antrag. Dabei handelt es sich um diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger, die eine objektive Einstufung mithilfe eines Kriterienkataloges vornehmen. Geprüft werden neben der Gesundheit auch soziale Indikatoren. Im Anschluss daran wird eine Reihung des Bedarfs vorgenommen. „Durch die neue Zuweisung kommt es zu einer pflegefachlichen Beurteilung und Experten entscheiden über die Vergabe der Betreuungsplätze“, erklärt Bezirkshauptmann Johannes Beer.

Es gibt eine zentrale Liste, auf der alle Antragsteller aus dem Bezirk Vöcklabruck aufgenommen werden. Durch die zentrale Zuweisung hat sich die Wartelisten-Situation im Bezirk stark verbessert, da nun alles über eine gesammelte Liste läuft. Die Antragssteller geben drei Wunschheime an. „Wir weißen nicht gegen den Willen des Antragsstellers zu“, so Astrid Schmid vom SHV. Weiter erklärt sie, dass sich für den Antragssteller nichts ändert: „Die Antragssteller bekommen den Heimplatz gleichschnell wie früher, wenn nicht schneller.“


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