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BEZIRK VÖCKLABRUCK. Der Anteil der Erwerbstätigen in der Bevölkerung wird bis zum Jahr 2030 im Bezirk Vöcklabruck um rund fünf Prozent zurückgehen. Gleichzeitig wird die Einwohnerzahl insgesamt um rund 7000 Menschen auf 138.276 steigen. So lauten zumindest die Prognosen der demografischen Entwicklung des Bezirks Vöcklabruck.

WKO-Bezirksstellenleiter Josef Renner
WKO-Bezirksstellenleiter Josef Renner

Noch stärker auswirken wird sich die Umwälzung in der Bevölkerungsstruktur. Die Zahl der Einwohner im erwerbsfähigen Alter zwischen 20 und 65 Jahren wird von 61,1 Prozent im Jahr 2020 auf 52,5 Prozent im Jahr 2075 sinken. Die über 85-Jährigen werden im Jahr 2075 im Bezirk Vöcklabruck sieben Prozent der Bevölkerung ausmachen.

Wie sich die Bevölkerung im Bezirk entwickelt und welche Herausforderung dies für die Wirtschaft bedeutet, war auch die Idee hinter dem Projekt „Kompass Demografie“, das die Wirtschaftskammer Vöcklabruck mit Kooperationspartnern wie dem Land Oberösterreich im Vorjahr gestartet hat. Für die Betriebe in der Region heißt das vor allem: immer weniger Lehrlinge, Fachkräfte sind dringend gesuchte Mitarbeiter und der Wert der Ausbildung steigt. „Es hat sich herauskristallisiert, dass die zentralen Themen Schule, Bildung, Beruf und Lehre sein werden“, so WKO-Bezirksstellenleiter Josef Renner. Die Lehre kämpfe mit einem Imageproblem, Schulabbrecher seien fast schon ein Tabuthema. Um diesem Trend entgegenzuwirken, setzt die WKO deshalb auf die Stärkung des Images der Lehre. Anfang des Jahres soll unter anderem ein Folder für die Schüler bzw. Jugendlichen mit den zehn wichtigsten Argumenten, die für eine Lehre sprechen, verteilt werden. Wie groß das Problem bereits ist, zeigen die Fakten: Ende November 2016 standen im Bezirk 357 offenen Lehrstellen 45 Lehrstellensuchende gegenüber. Zwar würden derzeit noch immer 45 Prozent aller Jugendlichen eine Lehre ergreifen, aber „fehlende Lehrlinge von heute sind die fehlenden Fachkräfte von morgen. Alles, was wir heute nicht schaffen, ist morgen ein noch viel größeres Problem“, weiß Renner. Die Folge: Kleinere Betriebe versuchen es mittlerweile ohne Lehrlinge, verkleinern sich oder sperren mit der Pensionierung der Inhaber zu.

Schwarz für die Zukunft sieht die WKO aber nicht: „Unser Zahlen sprechen dafür, dass der Bezirk Vöcklabruck in Summe relativ gut davonkommen wird, weil viele und große Betriebe ansässig sind.“ Gründe dafür sind die verfügbaren Betriebsflächen, der Westbahnanschluss, die Lage zwischen Salzburg und Oberösterreich und die gute Aufschließung. Um auch hier den Anschluss an die Zukunft nicht zu verpassen, wird derzeit auch die Standortentwicklung vorangetrieben. Gemeinsam mit den Betrieben werden die wichtigsten Forderungen ausgearbeitet, geplant und möglichst auch umgesetzt. Dabei geht es etwa um die Breitbandanbindung, die Aufschließung mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder etwa den Vollanschluss Schörfling an die A1.


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