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Martina Ebner Martina Ebner, Tips Redaktion, 21.09.2021 17:00 Uhr

GAMPERN. Hermann Krenn ist stellvertretender Bezirkspolizei-Kommandant. Seit 2011 ist er SP-Landtagsabgeordneter. Zur nächsten Wahl tritt er aber nicht mehr an.

Tips:Sie sind Bereichssprecher für Sicherheit im Landtag, wie beurteilen Sie derzeit die Personalsituation der Polizei?

Hermann Krenn: Die große Anzahl von Aufnahmen sehe ich positiv. Die weiterhin verstärkten Aufnahmen über die nächsten Jahre sind auch unbedingt notwendig. Die geburtenstarken Jahrgänge gehen in Pension, womit Aufnahmen in großer Zahl erforderlich sind, um die für die Polizeiarbeit erforderliche Personalstärke sicherzustellen. Wenn jedoch die Polizei ihr Personalfundament ordentlich stabilisieren will, dann muss sie weiter denken, als nur den notwendigen Ersatz der Personalabgänge zu bewerkstelligen. Im Polizeidienst gibt es nämlich einige Hürden, die ein privater Betrieb so nicht hat. Einerseits der Umstand, dass die Ausbildung zwei Jahre dauert. Das bedeutet in der Praxis, dass heute aufgenommene Polizisten erst in zwei Jahren einsatzbereit sind! Dieses Problem wurde bereits dadurch gelöst, dass aktuell Ausbildungsplanstellen als Übergangslösung eingeführt wurden. Eine solche Regelung habe ich jahrelang gefordert, weil damit die Planstellen in den Polizeiinspektionen für einsatzbereite Polizisten frei bleiben. Der Vorteil: die Planstellen in den Inspektionen vor Ort, also direkt bei den Menschen, werden nicht durch Beamte belegt, die erst ausgebildet werden müssen.

Und jetzt gilt es eben, die kleinen und größeren Hemmnisse in der Polizeiarbeit zu bewältigen. Dazu haben wir, auf meine Anregung hin, im Landtag ein gutes Konzept verabschiedet und der Bundesregierung übermittelt. Im Wesentlichen geht es darum, dass Planstellen geschaffen werden sollen, damit Beamtinnen, die in Karenz gehen, unmittelbar ersetzt werden können. In Oberösterreich sind z.B. jährlich etwa 65 Beamtinnen in Karenz. Mit einer solchen Planstellenvorsorge könnte dieser Fehlstand dauerhaft ausgeglichen werden und damit für den Außendienst zur Verfügung stehen. Weiters sollen Zuteilungen zu anderen Bereichen verhindert werden, da auch diese Beamtenn vor Ort abgehen. Dies soll dadurch erfolgen, dass Sonderbereiche – wie das Landeskriminalamt und hier vor allem der Bereich Internetkriminalität und Umweltkriminalität – und Sondereinheiten, wie die Cobra, ausreichend eigene Planstellen erhalten. Mit diesen Maßnahmen wäre die Polizei personell besser aufgestellt. Ein Konzept, dem alle im Landtag vertretenen Fraktionen zugestimmt haben. Ich sehe das auch als Anerkennung für mein jahrelanges Eintreten für die Sicherheit in unserem Bundesland.

Herausforderung in der Personalproblematik

Tips:Sie sind Kommandant-Stv. der Bezirkspolizei. Gibt es „Baustellen“ im Bezirk, auf die Sie gerne aufmerksam machen möchten?

Krenn: Was die Arbeit im Bezirk Vöcklabruck anbelangt, sehe ich eine hohe Qualität!  Die Polizei im Bezirk Vöcklabruck kann auf sehr gute Aufklärungswerte verweisen, hat ein dichtes Netz an Verkehrsüberwachungen und ist in der Prävention sehr gut aufgestellt. Einsatzaufgaben – gerade in der Corona-Zeit – werden mit Augenmaß und zur vollsten Zufriedenheit der Bezirkshauptmannschaft als zuständige Behörde bewältigt. Als derzeitiger Leiter der Polizei des Bezirkes ist mir der gute Kontakt zu Vereinen und anderen öffentlichen Stellen, insbesondere der Bezirkshauptmannschaft wichtig. Ebenso, dass stetig Kontakt mit den Gemeindeverantwortlichen gehalten wird. Denn nur so kann Sicherheitsaufgabe der Polizei entsprechend den Bedürfnissen der Bevölkerung gestaltet werden. Eine solche Vorgehensweise ist jedoch zeit- und personalintensiv. Und hier sind gerade die von mir genannten Personalproblematiken eine Herausforderung. Auch wenn die Planstellen besetzt sind, hat die Polizei im Bezirk lediglich 90 Prozent des Personals für die Arbeit im Bezirk zur Verfügung. Mit tatsächlicher Vollbesetzung könnte noch besser für die Sicherheit im Bezirk gesorgt werden.

Deshalb wäre es mein Wunsch, dass die Bundesregierung die im Landtag einstimmig verabschiedeten Anregungen nicht nur mit großem Interesse aufnimmt, sondern auch umsetzt.

Bereichernde Begegnungen

Tips:Warum beenden Sie Ihre politische Karriere?

Krenn: Ich bin seit beinahe 20 Jahren in der Politik, mehr als zehn Jahre davon als Landtagsabgeordneter. In dieser Zeit war ich immer auch bei der Polizei aktiv. Gerade die letzten zehn Jahre dieser Doppelbelastung haben viel Energie gekostet. Für mich war es stets klar, dass ich mich in den letzten Jahren meines Arbeitslebens lediglich der Polizeiarbeit widmen will. Und vor diesen letzten Jahren stehe ich mittlerweile. Gerade als Landtagsabgeordneter und als Vorsitzender der wunderbaren Organisation Volkshilfe Vöcklabruck war mir die Unterstützung von Menschen wichtig, mit denen es das Leben nicht so gut meinte. Auf das von mir ins Leben gerufene Projekt „Mein sozialer Warenkorb“, das die Sozialmärkte im Bezirk tatkräftig unterstützt und das eingerichtete Armutskonto bei der Volkshilfe Vöcklabruck bin ich deshalb schon sehr stolz. Ebenso auf die vielen persönlichen Hilfestellungen, die mir durch meine Funktion als Landtagsabgeordneter möglich waren. Ich darf die Gelegenheit nutzen, mich bei allen zu bedanken, die mich in dieser Zeit begleitet und unterstützt haben, insbesondere bei meiner Familie, ohne deren Verständnis der ganze Einsatz unmöglich gewesen wäre. Schlussendlich aber war jede einzelne Begegnung eine Bereicherung – weil ich aus den verschiedensten Facetten der Begegnungen vieles für mein Leben mitnehmen konnte.

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