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Vöcklabruck. Unter dem Titel „Kammerführung im Gespräch“ diskutierten der frischgewählte oberösterreichische Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Waldenberger und Kammerdirektor Karl Dietachmair über aktuelle Themen.

V. l.: Kammerrat Hannes Perner, Rudolf Stockinger (Dienststellenleiter der BBK Vöcklabruck), Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Waldenberger, Bezirksobmann Alfred Lang und Kammerdirektor Karl Dietachmair (Foto: Ebner)

Zahlreiche Landwirte aus dem Bezirk und Umgebung waren der Einladung der Landwirtschaftskammer (LK) OÖ in die Landwirtschaftliche Fachschule Vöcklabruck gefolgt.

„Angespannte Situation“

Der neue LK-Präsident Franz Waldenberger, der vor Kurzem diese Funktion von Michaela Langer-Weninger aus Innerschwand übernommen hatte, stellte sich persönlich bei den anwesenden Landwirten vor und übermittelte in einem Vortrag aktuelle Informationen. „Ziel der Landwirtschaftskammer ist – um auf unseren Höfen Einkommen lukrieren zu können –, die Rahmenbedingungen mitzugestalten, die Positionen der Landwirte zu vertreten und ein gesellschaftliches Verständnis zu bewirken“, so Franz Waldenberger. Die Preis-/Kostenschere klaffe derzeit massiv auseinander. Grund dafür seien Preissteigerungen bei den Betriebsmitteln wie Treibstoff oder Düngemittel. Im Gegensatz dazu sind die Produktpreise gleichgeblieben bzw. etwa im Schweinebereich sogar zurückgegangen. „Wir haben eine angespannte Situation“, so der neue Präsident. „Wir brauchen entsprechende Preise, das vertreten wir auch dem Handel gegenüber!“

Green Deal überarbeiten

Der Green Deal mit dem Ziel, die EU bis 2050 klimaneutral zu gestalten, sei ja grundsätzlich ganz im Sinne der Landwirte. Aber er sei so nicht machbar, denn man müsse sich auch die Auswirkungen des Green Deals überlegen. Beispielsweise will die EU unter anderem den Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmittel reduzieren. „Eine Folgenabschätzung ergab, dass es dann in Europa um 15 Prozent weniger Erträge gibt“, erklärt Waldenberger. Vermutlich wird dann mehr importiert werden und diese Produktion sei im Hinblick auf Klimafreundlichkeit wieder fraglich. Auch die europäische Handelspolitik müsse überdacht werden, meint Waldenberger. Er schlägt etwa Klimazölle und Produktionsstandards vor.

Kammerdirektor Karl Dietachmair präsentierte Eckpunkte der neuen GAP (Gemeinsame Agrarpolitik) in der Europäischen Union (EU) und gab einen Überblick über das Förderprogramm. 

Herkunftskennzeichnung soll kommen

In der anschließenden Diskussion drängten die versammelten Bauern die Vertreter der Landwirtschaftskammer zu mehr Unterstützung bei der Forderung nach der verpflichtenden Herkunftskennzeichnung, und zwar auch in der Gastronomie. Franz Waldenberger erklärte, dass diese langjährige Forderung endlich in Teilbereichen umgesetzt werden solle – in einem ersten Schritt bei verarbeiteten Lebensmitteln und in der Gemeinschaftsverpflegung.  Seitens der Gastronomie gebe es noch Widerstände. „Aber mein Zugang ist pragmatisch“, so Waldenberger. Für ihn sei dieser Teilerfolg besser als gar nichts.


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