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Zu wenig Kassenärzte im Bezirk Vöcklabruck: Gesundheitssystem gehört dringend verbessert

Emma Salveter, 20.10.2023 15:38

BEZIRK VÖCKLABRUCK. Lange Wartezeiten, überfüllte Praxen, schlechte Arbeitsbedingungen und Fachkräftemangel – Landesrat Michael Lindner (SP) und Landtagsabgeordnete Doris Margreiter (SP) machen auf die Probleme und Missstände im Gesundheitssystem aufmerksam.

Michael Lindner und Doris Margreiter (Foto: MecGreenie)
Michael Lindner und Doris Margreiter (Foto: MecGreenie)

„Die Gesundheitsversorgung in Oberösterreich ist erkrankt“, macht Landesrat Michael Lindner auf das wichtige Thema, dass jeden einzelnen betrifft, aufmerksam. Die Arztpraxen platzen aus allen Nähten, die Arbeitsbedingungen im Gesundheitsbereich sind belastend und es mangelt an Fachkräften. Lindner betont, dass die schwarzblaue Landespolitik sowie die Entscheidungsträger im System Gesundheit die Menschen ernst nehmen und dringend Maßnahmen ergreifen müssen. „Wir wollen Patienten und Beschäftigten eine Stimme geben“, so Lindner. Das System müsse im Interesse der Patienten verbessert werden, um kürzere Terminwartezeiten zu ermöglichen, die Früherkennung von Krankheiten zu stärken, das Personal zu entlasten und um eine effiziente und faire Gesundheitsversorgung wieder herzustellen. Patienten haben schließlich Anrecht auf die Gesundheitsdienste, da sie diese mit ihren Beiträgen und Steuern bezahlen.

Zu wenig Kassenärzte: fast 14.000 Frauen pro Gynäkologe

Im Bezirk Vöcklabruck kommen auf 139.416 Einwohner nur 54 Hausärzte mit Kassenvertrag und nur drei Kinderärzte. Für die 69.813 Frauen im Bezirk gibt es nur fünf Gynäkologen, demnach kommen fast 14.000 Frauen auf einen Kassen-Gynäkologen. „Das kann sich rein rechnerisch nicht ausgehen“, ist Lindner schockiert. „Wünschenswert wären auch mehr Frauen in dem Beruf. So wie es derzeit ist, kommt es zu extremen Wartezeiten und es ist fast unmöglich pünktliche Kontrolltermine zu machen“, erklärt Margreiter.

Fehlen die Kassenärzte, so sind Patienten gezwungen auf das kostenpflichtige Wahlarztangebot auszuweichen. Ist dies zu teuer, so müssen sie auf das ärztliche Angebot verzichten und das kann schwere Folgen haben – die Patienten bezahlen mit ihrer Gesundheit.

Drei Sofortmaßnahmen gefordert

Lindner fordert drei Sofortmaßnahmen. Um die Ärzte zu entlasten, sollen die Apotheken stärker in das Gesundheitssystem integriert werden, indem sie beispielsweise zu Impfungen berechtigt werden. Kassenärzte sollen grundsätzlich nachbesetzt werden. Doch kommt es dazu, dass dies nicht gelingt, so sollen die Patienten als Überbrückung für eine bestimmte Zeit auch kostenfrei zu Wahlärzten gehen können. Ebenso gehört die Abrechnung der Wahlärzte mit der Krankenkasse vereinfacht, um den Patienten den Mehraufwand abzunehmen. Weiters fordert Lindner, dass endlich etwas gegen den Personalmangel getan werden muss. Betriebskindergärten an den Standorten der OÖ Gesundheitsholding und eine rasche Anerkennung von Vorausbildungen in Gesundheitsberufen bei im Land befindlichen Migranten könnten dazu beitragen, die Personalsituation zu verbessern. „Wir brauchen jede Kraft im Gesundheitsbereich, denn bis 2030 werden zwischen 60.000 und 100.000 Pflegekräfte fehlen“, so Lindner.


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