Donnerstag 23. Mai 2024
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OÖ. Unsere Heimat ist reich an Seen, Flüssen und Gewässern. Bauarbeiten am bzw. im Wasser stellen eine besondere Herausforderung an die Technologie, die Materialbeschaffenheit und nicht zuletzt an die Kompetenz der ausführenden Handwerker.

 (Foto: Angelika Neuhofer)
photo_library (Foto: Angelika Neuhofer)

Wasserbau ist eine Mischung zwischen klassischem Handwerk und Berufstauchwesen. Je nach Wassertiefe, Beschaffenheit und auch Steilheit des Gewässeruntergrunds werden die Fachleute für Wasserbau vor besondere Herausforderungen gestellt. Im Vorfeld ist es daher wichtig, die Beschaffenheit des Untergrunds abzuklären. Auch die Auflagen der Natur- und Wasserrechtsbehörde sind zu beachten.

Stabile Stege

Als Piloten bezeichnet man im Wasserbau die Pfähle für Stege, Ufermauern oder Badehäuser. Mit schweren Geräten wie z. B. Bagger mit Hydraulikschlagwerk werden diese mehrere Meter in den Gewässeruntergrund getrieben. Berufstaucher führen notwendige Unterwasserarbeiten durch, z. B. die Querverschraubung der Piloten. Bei besonders tiefen Steganlagen werden unter Wasser Verstrebungen eingebaut, damit der Steg mehr Stabilität gewinnt.

Trend: Schwimmstege

Bei Stegen von Hafenanlagen ist es wichtig, unter Wasser Wellenbrecher anzubringen, um ein ruhiges Wellenbild für die Boote im Hafen zu gewährleisten. „Ein aktueller Trend sind Schwimmstege bzw. ausfahrbare Stege, und auch der Wunsch nach wasserdichten Ladestationen für Elektroboote wird immer mehr. Als Stegbeläge werden gerne einheimische Hölzer wie Lärche oder Red Wild Zeder verwendet“, schildert Alois Männer, Sachverständiger für Unterwasserbau sowie Industrie und Montagearbeiten.

Ufermauern aus der Nachkriegszeit

Viele derzeit bestehende Ufermauern wurden in der Vor- bzw. Nachkriegszeit errichtet. Damals wurden die Mauern mit händisch eingeschlagenen Holzpiloten aufgesetzt. Aufgrund von starken Schwankungen beim Wasserspiegel beginnen diese Holzkonstruktionen zu verrotten und die Ufermauern kippen nach vorne oder hinten. „Bei der Sanierung von Ufermauern ist es wichtig, das Erscheinungsbild der Mauer und auch ihre Maße nicht zu verändern. Neue Werkstoffe wie Unterwasserbeton oder -zement oder Verpressharze bieten gute Möglichkeiten, die Ufermauern nachhaltig zu stabilisieren“, erklärt der Wasserbauexperte.

Altbestand stabilisieren

Dafür wird der Boden hinter der Ufermauer ausgehoben, Piloten geschlagen und mit Bestandteilen der alten Ufermauer verbunden. Anschließend wird mit Unterwasserbeton bis fast an die Oberfläche angefüllt. Dieser geht mit der alten Mauer eine fixe Verbindung ein, gibt ihr neue Stabilität und Dichtigkeit auf der ganzen Länge. Durch die tiefer geschlagenen Piloten verteilt sich das Eigengewicht der Mauer gleichmäßig auf den Gewässeruntergrund.

Großes Know-How notwendig

„Keine Baustelle ist gleich, das macht den Wasserbau spannend. Insgesamt ist großes Know-How und viel Erfahrung im Unterwasserbau notwendig, um die Baustellen kompetent ausführen zu können. Auch bei den neuesten Technologien muss man immer auf dem Laufenden bleiben“, resümiert Alois Männer.


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