November: Eingeschränkte Notarzt-Versorgung im Bezirk Waidhofen
BEZIRK WAIDHOFEN/THAYA. Nach der angekündigten Schließung der Geburtenstation im Landesklinikum Waidhofen (Tips berichtete) kommt auf die Bevölkerung die nächste vorübergehende Einschränkung der medizinischen Versorgung zu. Im November konnten/können an insgesamt neun Tagen keine Ärzte für die Besetzung des Notarztwagens (NAW) bereitgestellt werden. Der gesamte Bezirk soll an diesen Tagen von den Nachbarbezirken bzw. der Flugrettung betreut werden. Laut NÖ Landeskliniken Holding wird intensiv an einer kurzfristigen Lösung gearbeitet.

Aus der, der Redaktion vorliegenden Email-Korrespondenz geht hervor, dass für den 2., 5., 12., 16., 18., 19., 23., 24. und 28. November keine NAW-Besetzung möglich ist. Der Grund hierfür liegt im neuen Arbeitsgesetz für Spitalsärzte, das seit Jahresbeginn gilt. Dieses besagt nämlich, dass Spitalsärzte nur noch 48 Stunden pro Woche arbeiten dürfen. Daraufhin entstanden für die Einsatzorganisationen vor allem in der Versorgung mit Notärzten Probleme, weil die Landeskliniken in erster Linie den eigenen Bedarf decken und für den Notarztdienst dann oft keine Zeit mehr bleibe. Von Seiten des Landesklinken Holding wird betont: „Die Dienstpläne im Notarztbereich werden oftmals erst sehr zeitnahe fertiggestellt. Wir gehen davon aus, dass die Versorgungsregion Waidhofen/Thaya entsprechend besetzt wird.“ Man erklärte, dass auch trotz des Engpasses eine notärztliche Versorgung zu jeder Tag- und Nachtzeit stets gewährleistet ist: „Es ist nicht wichtig woher der Notarzt kommt, sondern wie schnell er am Einsatzort ist! Die größte Zeitersparnis bringt eine perfekte Alarmierungslogistik. Hier funktioniert die Koordinierung zwischen der NÖ Landeskliniken-Holding, den Rettungsorganisationen und 144 Notruf Niederösterreich perfekt. So ist sichergestellt, dass es vom Notruf bis zum Ausrücken des geeigneten Rettungsmittels keinerlei Verzögerungen gibt.“
So sollen die NAWs der umliegenden Bezirke die Versorgung übernehmen, falls diese nicht gerade in ihrem eigenen Bezirk im Einsatz sind. Man verweist dabei auch auf die Einsatzmöglichkeiten von Notarzthubschraubern. Diese können jedoch nur bei optimalen Bedingungen starten (die im Herbst aufgrund des Nebels sehr eingeschränkt sind). Es wird auf andere nicht-ärztliche Rettungsteams verwiesen. „Waidhofen/Thaya wird von den umliegenden Notarztstützpunkten Gmünd, Zwettl und Horn versorgt. Weiters stehen die Notarzthubschrauber C10 und C2 zur Verfügung. Und zusätzlich in der Nacht auch der Notarztstützpunkt Raabs (NEF Raabs, Anm.),“ so die Holding. Darauf, das bei der Inbetriebnahme des NEF Raabs ausdrücklich versichert wurde, dass diese keinen Notarztwagen ersetzen kann und soll, wird nicht näher eingegangen.
Scharfe Kritik von den Freiheitlichen
Seitens der Politik gibt es teils harsche Kritik an dieser Situation. Klubobmann und Vizebürgermeister von Waidhofen/Thaya Gottfried Waldhäusl kritisiert, dass der Bezirk Waidhofen/Thaya offenbar zum Notstandsgebiet ausgerufen wurde.
„Unter den politischen Entscheidungsträgern finden sich nur noch Gauner und Verbrecher, die mittlerweile selbst Schwerstverletzte, für die ganz einfach kein Notarzt zur Verfügung steht, ihrem Schicksal überlassen,“ so Waldhäusl. Er fordert eine 24-Stunden-Bereitschaft von Notärzten in jedem Bezirk, an jedem Tag, in jedem Monat. Die FPÖ wird einen dahingehend lautenden Antrag im nächsten Landtag einbringen.
Es wurde jedoch schon eine Gesetzesänderung angedacht. Diese Gesetzesnovelle, soll klarstellen, dass die nebenberufliche Arbeit als Notarzt in Zukunft als selbstständige Tätigkeit gilt und vom ASVG ausgenommen ist. Die Einsätze sollen also nicht mehr mit den Arbeitszeiten im Spital zusammengerechnet werden, was die Erstellung von Dienstplänen in den Bezirken erleitert.


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