Arbeitslosigkeit im Bezirk steigt wieder
BEZIRK WAIDHOFEN/THAYA. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Zahl der vorgemerkten Personen um 2,4 Prozent erhöht, Ende Oktober 2016 waren beim Arbeitsmarktservice Waidhofen/Thaya somit 628 Personen arbeitslos gemeldet. Das sind um vier Betroffene weniger als im Vormonat. Im Land Niederösterreich ist die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen um 2,8 Prozent auf insgesamt 54.584 gestiegen.

„Die Arbeitslosigkeit im Bezirk ist gegenüber dem Vergleichszeitpunkt des Vorjahres bei den Frauen und bei den Männern gestiegen. 281 vorgemerkte Frauen bedeuten ein Minus von 19 (oder – 6,3 %), 347 Männer ein Plus von 34 (oder + 10,9 %). Die in diesem Indikator nicht enthaltene Zahl der Arbeitslosen in Schulungen des AMS ist im Vergleich zum Vorjahr um 24 (oder + 18,2 %) auf insgesamt 156 gestiegen.“, informiert die Geschäftsstellenleiterin des AMS Waidhofen/Thaya Edith Zach.
Somit waren Ende Oktober 2016 in Summe 784 Personen, davon 628 Arbeitslose und 156 Personen in Schulung beim AMS Waidhofen/Thaya vorgemerkt, während es zum Vorjahresstichtag insgesamt 745 Personen waren. Mit Ende Oktober waren 72 offene Stellen (davon 24 sofort verfügbar) beim AMS Waidhofen/Thaya gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das ein Plus von 18 Stellen. Den elf Lehrstellensuchenden stehen neun offene Lehrstellen (alle nicht sofort verfügbar) zur Verfügung.
Stellenmarkt in Bewegung
537 Personalanforderungen konnten seit Jänner besetzt werden. „Naturgemäß sind das nicht ausschließlich zusätzliche Jobs sondern auch Austauschprozesse,“ beschreibt Zach die aktuelle Situation am Stellenmarkt. Ausgaben für den privaten Konsum sind durch die seit Jahresanfang wirksame Steuerreform gestiegen. „Damit wurde die Gastronomie, der Tourismus, der Dienstleistungsbereich sowie der Einzelhandel zu Beschäftigungstreibern. Davon profitieren überwiegend Frauen, da der weibliche Anteil in diesen Brachen sehr hoch ist „, weiß Zach.
Aktuelle Wachstumsprognosen gehen davon aus, so die AMS-Leiterin, dass die Konjunkturbelebung nicht anhalten wird. In den nächsten Tagen wird es zunächst saisonal bedingt zu einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit kommen. Für 2017 zeichnet sich aufgrund des geringen BIP-Wachstums keine Trendwende ab.
„Qualifizierte Arbeitskräfte in der Mitte des Berufslebens werden auch dann relativ gute Jobchancen haben. Schwieriger wird es für die ältere Erwerbsgeneration und Menschen mit eingeschränkter Eignung, Mobilität oder gesundheitlichen Handicaps. Diese Gruppe ist mit zunehmender Ausgrenzung vom Arbeitsmarkt konfrontiert“, sagt Zach.
Trendumkehr am Lehrstellenmarkt
Zuletzt waren 136 Arbeitslose länger als zwölf Monate auf Jobsuche. Seit Jahresbeginn konnte das AMS 49 Langzeitarbeitslose zu einem neuen Arbeitsplatz verhelfen. Die Zahl der Jobsuchenden im Alter bis 25 Jahre ist weiter gesunken. Derzeit sind in dieser Altersgruppe 68 Personen vorgemerkt, was einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr von -21 (oder – 23,6 %) bedeutet. Dieser Trend ist nachhaltig und hält seit 2014 an. Am Lehrstellenmarkt manifestiert sich eine Trendumkehr: Gab es vor einigen Jahren noch einen Lehrstellenmangel, so wird es in vielen Ausbildungsberufen zunehmend schwierig, interessierte und geeignete Jugendliche zu finden. Um dieses Manko ausgleichen und weniger begabten oder geförderten Jugendlichen eine Berufsausbildung zu ermöglichen, werden diese in Überbrückungslehrgängen des AMS „ausbildungsfit“ gemacht.
Innerhalb der älteren Erwerbsgeneration setzt sich der Anstieg der Arbeitslosigkeit ungebrochen fort, so Zach: „Mit Ende Oktober hatten wir 237 Personen der Altersgruppe 50+ in Vormerkung. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Anstieg um 39 Personen (oder + 19,1 %). Heuer konnten wir 271 'Golden Ager' in Beschäftigung bringen. Es ist aber wie ein Kampf gegen Windmühlen“.


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