Filmzuckerl "Jack"
WAIDHOFEN/YBBS. Der Verein „Filmzuckerl“ zeigt „Jack“ am Mittwoch, 21. Oktober, um 20.30 Uhr und am Donnerstag, 22. Oktober, um 18.15 Uhr in der Filmbühne Waidhofen/Ybbs.

„Jack“ ist der zweite Kinospielfilm der Autorin, Dramaturgin, Filme- und Radiomacherin Elisabeth Scharang, die nach der TV-Produktion „Franz Fuchs – Ein Patriot“ wieder einen spektakulären kriminalhistorischen Hintergrund verarbeitet hat. Der Film erzählt eine fiktive Geschichte, die sich in Eckpunkten an dem Fall des Literaten und Frauenmörders Jack Unterweger orientiert. Dieser wurde 1992 für die Morde an elf Frauen angeklagt und 1994 nach einem Indizienprozess für neun Morde schuldig gesprochen. Er hat sich wenige Stunden nach der Urteilsverkündung in der Zelle erhängt. Die Regisseurin Elisabeth Scharang wird am Mittwoch vor der Vorstellung um 20.30 Uhr in der Filmbühne Waidhofen für ein Filmgespräch zur Verfügung stehen wird.„Jack“ - der FilmIn einer Winternacht stirbt ein Mädchen, brutal zugerichtet und erfroren. Jack (Johannes Krisch) wird für diesen Mord zu lebenslanger Haft verurteilt. Im Gefängnis kanalisiert er seine kriminelle Vergangenheit und dunkle Gedanken in Gedichte und literarische Texte; er schreibt einen Roman. Die Schreibmaschine wird zu seinem Weg in die Freiheit. Als Jack nach 15 Jahren frühzeitig aus der Haft entlassen wird, avanciert der „Häfnpoet“ schnell zum Frauenschwarm und Fixstern der Wiener Society. Neben unzähligen Flirts und sexuellen Begegnungen mit Frauen, ist es die Affäre mit der Architektin Susanne (Corinna Harfouch), die für Jack einen Platz ganz oben in der Gesellschaft in Aussicht stellt. Jack wird herumgereicht wie eine Trophäe. Er tritt in Fernsehshows auf, das liberale Bürgertum schmückt sich mit einem resozialisierten Frauenmörder, und sein Roman verkauft sich gut. Kann er seine Chance nutzen? Als Jacks Mutter (Inge Maux) unerwartet auftaucht, bekommt die neue Fassade einen Riss. Zudem setzt sich eine Spirale aus Gerüchten in Gang, die Jack nicht aufhalten kann. Denn so gut er die Spielregeln im Gefängnis kennt, so wenig sind ihm die Regel der Kultur-Schickeria und der Medienwelt vertraut. Die Stimmung droht, endgültig zu kippen, als eine Serie ungeklärter Prostituiertenmorde die Titelseiten der Zeitungen beherrscht und Polizei und Presse sich auf einen Hauptverdächtigen einschießen: Jack. „Einmal Mörder, immer Mörder?“, fragt Jack seine neuen Freunde. Die bleiben ihm die Antwort schuldig. Der Dandy im weißen Anzug wird fallen gelassen. Für Jack wird die Frage nach der Schuld zu einer Frage über Leben oder Tod. Hat er nach seiner Haftentlassung elf Frauen ermordet? Oder liefert Jack für die Öffentlichkeit und die Justiz nur das perfekte Bild eines Serienkillers?Vor „Jack“ wird der Kurzfilm „Wendepunkt“ von Immanuel Thallinger zu sehen sein.


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