Leserbrief "Ein schöner Kompromiss"
WAIDHOFEN/YBBS. Die Debatte über den Mehrzweckstreifen in Richtung Bachwirtsiedlung zwischen Politik und Radlobby erhitzt die Gemüter. Ihre Sicht der Dinge ließ uns Klara Reichartzeder in Form eines Leserbriefes zukommen.

Ein Kompromiss ist etwas, wo die beteiligten Parteien aufeinander zugehen und auf die Bedürfnisse des anderen eingehen! Ein Mehrzweckstreifen könnte so ein schöner Kompromiss sein. Im Falle eines Mehrzweckstreifens wird RadfahrerInnen und AutofahrerInnen erstmals gleiches Recht im Straßenverkehr zugestanden und der wertvolle Boden dabei nicht weiter versiegelt.
Mehrzweckstreifen zum Schutz der Radfahrer
In Waidhofen dominiert aktuell die Debatte um den „falschen“ Mehrzweckstreifen in Richtung Bachwirtsiedlung und die damit verbundene Gefahr den politischen, aktivistischen und journalistischen Diskurs. Es heißt, RadfahrerInnen sollen geschützt werden und sich nicht in falscher Sicherheit wiegen – ein Mehrzweckstreifen sei zu gefährlich für RadfahrerInnen. Dass aber die Gefahr vielmehr in der Abwesenheit eines solchen Streifens liegt, liegt auf der Hand. RadfahrerInnen sollen tatsächlich geschützt werden, das ist es, was Menschen aus Waidhofen und vielen umliegenden Gemeinden seit mehreren Jahrzehnten fordern!
Zukunft entsteht nicht
Ein Mehrzweckstreifen ist vielleicht aus heutiger Sicht nicht eindeutig der richtige Weg, aufgrund des Verkehrsaufkommen, aber denken wir uns in die Zukunft: In eine Zukunft sanfter und nachhaltiger Mobilität. Diese Zukunft entsteht nicht von selbst – wir müssen sie gestalten. Eine Zukunft der Mehrzweckstreifen, in der viele Menschen dazu angeregt werden, aufgrund der erhöhten Sicherheit, das Rad zu nutzen. Jeder Radfahrer und jede Radfahrerin verringert das Aufkommen von privaten PKWs und erhöht damit die Sicherheit für alle VerkehrsteilnehmerInnen, so wird aus dem dominierenden motorisierten Individualverkehr, ein Verkehr der Gleichstellung und des Respekts. Ein Mehrzweckstreifen bietet uns die Möglichkeit aufeinander und auf die Natur Rücksicht zu nehmen. Er motiviert viele zum Radfahren, die sich das bisher nicht getraut haben.
- Radfahren ist eines der wichtigsten Maßnahmen in Richtung einer klimaverträglichen Mobilität – schnell und klimaneutral!
- Radfahren im Alltag ist die einfachste und effizienteste Möglichkeit den eigenen Körper fit und gesund zu halten!
- Radfahren stärkt die regionale Wirtschaft, vor allem die Stadt- und Ortszentren! Mit dem Fahrrad finde ich immer einen Parkplatz nahe dem Eingang des gewünschten Lokals/Geschäftes!
Lasst uns also unsere Gesundheit und die regionale Wirtschaft stärken und das Klima schützen!
Im Sinne von Klimaschutz und Sicherheit ist die Verringerung sowie die Verlangsamung des motorisierten Verkehrs überall ein Gebot der Stunde, es schützt gleichsam RadfahrerInnen, AutofahrerInnen, Junge und Alte und vor allem unsere Umwelt und das Klima! Der Diskurs darüber sollte demnach nicht auf einen kleinen Straßenabschnitt reduziert werden.
Ich wünsche mir, dass Engagement, welches die sanfte Mobilität vorantreiben kann, geschätzt wird, anstatt bekämpft zu werden. Es gilt den AktivistInnen zu danken, für das Risiko, dass sie auf sich genommen haben, um erneut auf eine längst überfällige Maßnahme hinzuweisen. Diese AktivistInnen stärken politische Programme, die längst überfällig sind, sie sollten vielmehr als Verbündete, denn als Feinde betrachtet werden. Sie sind der Rückenwind für nachhaltige Reformen!


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