Brauchen wir Pfeffersprays und Alarmgeräte?
WAIDHOFEN/YBBS. In Waihofen gelangte der „Freiheitliche Gemeindekurier“ per Postwurfsendung in die Haushalte. Darin stellt der geschäftsführende FPÖ-Obmann Josef Gschwandegger folgende Frage: „Können Sie Ihre Wege so bedenkenlos machen wir vor etwa zehn Jahren?“

„Wandern oder Laufen – in der nahen Umgebung am Buchenberg oder Arzberg – kann man alleine fast nicht mehr wagen. Spaziergänge in der Stadt, Lokalbesuche, Kino- oder Theaterabende, speziell an den warmen Sommerabenden, sind für viele Waidhofnerinnen ohne Auto nicht mehr vorstellbar“, so Josef Gschwandegger in der Aussendung.
Außerdem ist ein Leserbrief im Gemeindekurier abgedruckt. Eva (vollständiger Name der Redaktion nicht bekannt) fühlt sich bei Einbruch der Dämmerung alleine nirgends mehr wirklich sicher. Man könne beobachten, dass sich an vielen neuralgischen Plätzen immer mehr Gruppierungen von zugewanderten Männern finden. „Es passiert einem auch, dass wir den Gehsteig verlassen müssen, wenn mehrere diese mit Tüchern bedeckten Frauen mir entgegen kommen“, ist weiter im Leserbrief zu lesen.
Die Aussendung der FPÖ lässt die Wogen, speziell in Sozialen Medien wie Facebook, hochgehen. „Schämt“s ihr euch denn gar nicht, so einen Schwachsinn über unsere Stadt zu verzapfen? Und dann diesen Schwachsinn auch noch per Post an alle Haushalte zu versenden? Zeigt mir die WaidhofnerInnen, die sich Alarmgeräte und Pfeffersprays kaufen. Zeigt mir die WaidhofnerInnen, die sich zu Spaziergängen und Lokalbesuchen nicht mehr in die Stadt trauen“, verleiht beispielsweise der Waidhofner Thomas Wagner seinem Ärger Ausdruck. Auch Richard Abfalter reagiert auf Facebook: „Ich bin beruflich bedingt sehr oft in Waidhofens Nachtleben unterwegs und freue mich, dass es so ruhig in meiner Heimatstadt abläuft. Das schüren von Ängsten und verbreiten von Hetze trägt aber sicher nichts dazu bei.“
FPÖ-Gemeinderat Karl-Heinz Knoll dazu:
Tips: Teilen Sie die Ansicht von Herrn Gschwandegger, dass es in Waidhofen zunehmend gefährlich und unsicher wird?
Knoll: Ja. Mir liegt die Sicherheit der Bürger am Herzen. Immer wieder kommen besorgte Waidhofner zu mir und äußern ihre Ängste. Sie fühlen sich nicht mehr sicher. Ich nehme die Ängste der Menschen ernst.
Tips: Durch den Leserbrief von Eva wird ein Bild vermittelt, das Waidhofen als von Zuwanderern überflutete Stadt darstellt, in der man Angst hat, alleine zum Bankomaten zu gehen. Finden Sie das in Ordnung?
Knoll: Natürlich ist Angst und Unbehagen ein subjektives Gefühl, aber wie schon gesagt, die Ängste muss man ernst nehmen.
Tips: Und es ist Ihrer Meinung nach notwendig, sich einen Pfefferspray oder ein Alarmgerät zuzulegen?
Knoll: Gehen Sie am Abend einmal zum Bahnhof oder in den Schillerpark, wenn Sie sich trauen. Peffersprays können auch gegen einen selber gerichtet werden, aber Alarmgeräte halte ich für eine gute Idee. Ich habe meiner Frau eines gekauft.
Tips hat auch den Waidhofner Josef Gschwandegger kontaktiert, und ihn zu dieser Thematik befragt.
Tips: Sie sagen, Waidhofen sei nicht mehr sicher. Woran liegt das Ihrer Meinung nach?
Gschwandegger: Eindeutig an den „anderen Personen“, die auf unseren Straße in Gruppen unterwegs sind. Frauen werden angegafft oder belästigt. Viele trauen sich alleine nicht mehr auf die Straße. Das ist Realität. Eltern haben Angst, ihre Kinder alleine in die Schule gehen zu lassen. Kinder fürchten sich am Spielplatz. Ältere Damen fühlen sich am Wochenmarkt von bettelnden Ausländern bedroht. Am Kunstrasenplatz wird kein einziges Wort deutsch gesprochen, unsere Leute haben sich zurückdrängen lassen. Das ist eine Katastrophe und wir werden nicht dabei zusehen, wie Wohnungen mit Ausländern gefüllt werden und unsere Jungen bekommen nichts. Ausländer werden unsere Sitten und Gebräuche nicht annehmen. Viele Waidhofnerinnen schaffen sich Alarmgeräte und Pfeffersprays an. Übergriffe, wie der am Eberhard-Platz, dürfen nicht passieren.
Tips: Bei diesem Übergriff handelt es sich um einen Fall sexueller Belästigung. Die Tips hat das Phantombild des Täters veröffentlicht. Ob der Täter In- oder Ausländer war, ist unseres Wissens nach noch nicht geklärt.
Gschwandegger: Der Täter war eindeutig ein Ausländer. Die Hautfarbe war dunkel. Dieser Aspekt wird offiziell geheim gehalten, um die Bevölkerung nicht zu verunsichern.
Tips hat bei der Waidhofner Polizeidienststelle nachgefragt und folgende Auskunft erhalten: „Es gibt laut Opferaussage keinen Hinweis auf eine ausländische Herkunft des Täters.“


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