Künstler Poli Pointinger erschafft eine Frau aus Holz voller Emotionen
WAIZENKIRCHEN. Der Waizenkirchner Künstler Poli Pointinger nützt die Corona-Zeit, um aus einem 2,20 Meter großen Tannen-Stamm eine Frau zu erschaffen, die im oberösterreichischen Bauenkrieg das Schicksal vieler Frauen teilte.

Es war im Jahr 1626, wenige Tage nach Allerheiligen, als die „Hanimair-Bäuerin“ aus Hartkirchen sich zu Fuß auf ins Emlinger Holz bei Alkoven machte. Zu Hause warteten ihre fünf Kinder. Es war die Endphase des Bauernkrieges. Stefan Fadinger, Agathenser und Anführer des Bauernaufstandes, lebte zu diesem Zeitpunkt schon einige Monate nicht mehr. Er erlag einer Blutvergiftung in Folge einer Schussverletzung. Die Bäuerin kämpfte sich bis zu ihrem Mann durch und meinte zu ihm, als sie ihn und seine Mitstreiter fand: „Ich weiß nicht, ob du wieder heimkommst, aber essen musst du schon was.“ Ihr Mann kam nicht mehr nach Hause. Er wurde, wie 3000 andere aufständige Bauern, von den kaiserlichen Truppen getötet. Der Bauernkrieg fand so sein blutiges Ende.
Ein Stück Holz, viele Emotionen
Der 53-jährige Künstler und Bildhauer Poli Pointinger hält in einem Stück Holz die Emotion einer Frau fest, als sie erfahren hat, dass sie ihren Mann für immer verloren hat. Neben der Tanne kommt auch ein katholisches Kupferblech – katholisch in Anlehnung an den Bauernkrieg – zum Einsatz. Dieses wurde von eimem Kirchturm recycelt. Zum einen fasziniere Pointinger das Thema Bauernkrieg und die Geschichte der Hanimair-Bäuerin hätte ihm imponiert, aber auch, dass er aus einem Stück Baum etwas erschaffen könne, sei für den Künstler einfach schön.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden