Mumien aus Waldhausen werden naturwissenschaftlich erforscht
WALDHAUSEN/STRUDENGAU. In der Gruft unterhalb des ehemaligen Chorherrenstiftes Waldhausen befinden sich drei (Teil-) Mumien, die bislang nicht öffentlich zugänglich waren. Für ihre naturwissenschaftlich-medizinische Untersuchung konnten nun zwei Experten gewonnen werden.

Der Münchner Pathologe und Mumienexperte Andreas Nerlich und der Rechtsmediziner Oliver Peschel, Konservierungsbeauftragter für die Eismumie „Ötzi“ waren bereits 2017/2018 für die Befundung des „Luftgselchten Pfarrers“ aus St. Thomas am Blasenstein zuständig - nun sind sie es auch für die Mumien in Waldhausen. Durch die Untersuchung konnte in St. Thomas die Identität des Toten geklärt werden und zum anderen der Nachweis für einfache Balsamierungsmaßnahmen erbracht werden.
Die Mumien aus Waldhausen sind nicht so gut erhalten wie die Mumie aus St. Thomas, da während der NS-Zeit die Gruft verwüstet wurde und so etwa die einst vorhandenen Textilien größtenteils verloren sind. Erste naturwissenschaftliche Untersuchungen im Jahr 2001 konnten die Ursache für die Mumifizierung nicht klären. Da zwischen den Mumien aus Waldhausen und jener aus St. Thomas, deren Kirche von den Waldhausener Mönchen betreut wurde, gewisse Ähnlichkeiten bestehen, werden die Ergebnisse mit Spannung erwartet.
Den Sommer über in München
Die Waldhausener Mumien wurden am 7. Juni nach München gebracht, wo sie den Sommer über untersucht werden. Nach ihrer Rückkehr sollen sie in einem anderen Teil der Kirchengruft auch im Rahmen von Führungen zu besichtigen sein. Bei der künftigen Präsentation soll behutsam vorgegangen werden, denn die Darstellung eines toten Körpers sollte ja gerade dem Bewusstmachen und der Wissensförderung zu den meist so unbeliebten Themen Tod und Vergänglichkeit dienen.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden