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WALLSEE. Der Ortskern von Wallsee steht auf den Resten eines Römerkastells. Das ist seit langem bekannt. Eine archäologische Sensation war die Entdeckung eines ehemalige Restkastells unter einem Schulgebäude.

Bürgermeister Bachinger bei der Eröffnung Foto: Gschossmann
  1 / 3   Bürgermeister Bachinger bei der Eröffnung Foto: Gschossmann

WALLSEE. Im Zuge der Errichtung der Lebenswelt Wallsee wurde im Jahr 2011 die alte Volksschule abgetragen. Unter der Schule wurden die Überreste eines Restkastells freigelegt, das aus dem 4. Jahrhundert stammt. Die Grundmauern der Schule waren direkt auf denen des Restkastells gebaut. Außer den Mauerzügen sind noch viele Steinblöcke aus dem Restkastell zu Tage getreten. Solche Steinblöcke waren nach Aufgabe des Restkastells von der lokalen Bevölkerung als Baumaterial verwendet worden.

Salomonische Lösung

Das Bundesdenkmalamt führte eine Notgrabung durch und fertigte Drohnenfotos an. Schließlich wurde eine salomonische Lösung gefunden, die sowohl die Errichtung des Gebäudes der Lebenswelt als auch eine Zugänglichmachung des Fundorts gewährleistet: Die Lebenswelt wurde über der Fundstelle – wie auf einem Tisch – gebaut und die Fundstelle wurde zur „Römerwelt“ museal aufbereitet.

Die „Römerwelt“ ist eine Attraktion, die sicher zahlreiche Besucher nach Wallsee locken wird. Bürgermeister Johann Bachinger (ÖVP), der das Projekt von Anfang an mit großem Interesse begleitete, geht von bis zu 5000 Besuchern pro Jahr aus. Dass diese Zahl durchaus realistisch ist, zeigt ein Rundgang durch die „Römerwelt“. Dort finden sich die alten Gemäuer und die Steinblöcke, die beim Restkastell verblieben waren. Eine Rarität entdeckte Roman Igl vom Archäologischen Dienst inmitten der Steinblöcke: einen Grabstein aus dem 2. Jh. n. Chr., auf dem der damalige Bürgermeister von Ovilava (heute Wels) genannt wird. Igl erklärt: „Grabsteine wurden im 4. Jh. n. Chr. hastig zusammengetragen, um das spätantike Kastell zu errichten. Die alten Friedhöfe waren im 4. Jh. n. Chr. nicht mehr in Verwendung und wurden als Steinbrüche beraubt.

Audiovisuelle Aufbereitung

„Was die „Römerwelt“ besonders macht, ist die geradezu überwältigende audiovisuelle Aufbereitung: Über Großprojektion auf die Wände zeigt ein Film, wie das Kastell ausgesehen hat, wie die Römer gelebt und gearbeitet hatten.Gerhard Proksch, der künstlerische Leiter des Projekts, erklärt, dass gemeinsam mit dem Bundesdenkmalamt, Archäologen und Historikern das Material zusammengetragen und überlegt wurde, wie das in einem Film umsetzbar sei. Den Film drehte die Firm 7reasons, die auf derartige Aufträge spezialisiert ist. In aufwändigen Animationen entsteht vor den Besuchern die Welt der Römer im 4. Jahrhundert. Wer den Film gesehen hat, der wird nachher genau wissen, wie das damals mit den Römern ausgesehen hat. Diesen Film kann man nur in der „Römerwelt“ betrachten.

Selbstbedienung oder Führung

Bürgermeister Johann Bachinger hebt in dem Zusammenhang die gute Zusammenarbeit mit dem Museumsverein Wallsee hervor. Für Obmann Hans Wahl ging mit der Eröffnung der „Römerwelt“ ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Für Besucher besteht nun einerseits die Möglichkeit, am Gemeindeamt oder in den Gasthäusern einen Jeton zu kaufen, die den Zugang zur Römerwelt ermöglicht, oder er bucht beim Museumsverein eine fachkundige Führung, die sowohl das Römermuseum als auch die Römerwelt umfasst.

Kontakt und Information:

www.roemer-wallsee.at


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