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WARTBERG. Die Not, Hilfsbedürftigkeit und teils katastrophalen Zustände in den Flüchtlingscamps an den europäischen Außengrenzen haben vier junge Menschen dazu bewegt, die Aktion Weitblick zu gründen. Unter ihnen ist auch der 20-jährige Krankenpfleger Georg Hollinetz.

Die Flüchtlinge, besonders Kinder, freuen sich sehr über die Besucher der Helfer. Foto: Hollinetz
  1 / 2   Die Flüchtlinge, besonders Kinder, freuen sich sehr über die Besucher der Helfer. Foto: Hollinetz

Izmir, Türkei. Endstation für viele Flüchtlinge, die vor allem aus Syrien vor dem Krieg flüchten. Gerade jetzt, wo der Winter vor der Türe steht, sind viele krank. Kinder wie Erwachsene haben aber mit viel mehr zu kämpfen: Der Stress, die Lebenssituation und die Traumatisierung aus dem Krieg fordern ihren Tribut.

„Oft brechen sie vor uns in Tränen aus, während sie unser Freund und Übersetzer nach den Bewschwerden fragt. Wir sind meistens sechs von sieben Tagen in der Woche unterwegs. Unsere Hebamme im Team kümmert sich um acht bis zehn werdende Mütter, die wir nach einem angemessenen Standard zu versorgen versuchen“, versucht der junge Wartberger zu beschreiben, unter welchen Umständen er und seine Kollegen arbeiten.

Helfen wo es nötig ist

Noch bis 9. November ist Hollinetz in Izmir im Einsatz, gemeinsam mit einer Hebamme aus Oregon (USA), einer französischen und einer Grieskirchner Krankenschwester. Dabei versucht die Aktion Weitblick immer, sich den vor Ort herrschenden Prioritäten zu widmen: „In Lesbos und Chios, wo meine Kollegin Sarah Graf tätig war, war es die Erstversorgung von Flüchtenden, die mit dem Boot angekommen sind, in Idomeni die Verteilung von Sachspenden und Mahlzeiten, in Izmir nun die Kinderförderung. Hier haben wir erkannt, dass die ständigen Umzüge sowie die traumatischen Erlebnisse des Krieges den Kindern sehr zu schaffen machen. Die Eltern haben weder die Energie noch das Interesse, den Kindern Bildung zu verschaffen. Für uns war es alarmierend, dass viele Kinder mit zwölf, driezehn Jahren nicht imstande waren, ein Puzzle zu lösen oder Bälle geschickt zu fangen.“ Also hat sich das Team auf den Weg in ein Spielwarengeschäft gemacht und ist mit Spielen, Stiften und Bällen von Camp zu Camp gefahren. Die Freude bei den Kindern war natürlich riesig.

Den Humor nicht verlieren

Für die Helfer selbst ist es schwierig, die Erlebnisse des Tages nicht nach Hause zu tragen. In der Freizeit versuchen sie, sich abzulenken und zu beschäftigen, damit sie Abstand von der Realität in den Camps gewinnen. Aber auch schöne Momente in der Arbeit helfen, das Erlebte zu verarbeiten: „Für uns gibt es bei unseren Besuchen meistens Tee und hin und wieder sogar eine Abendmahlzeit. Man merkt, dass die Menschen sehr dankbar über unsere Besuche sind, besonders die Kinder freuen sich. Hin und wieder müssen wir aber auch alle sehr laut lachen, wenn wir als Fremde der syrischen Kultur die Speisen essen – oder es zumindest versuchen. Besteck gibt es hier selten, auch nicht Tisch und Sessel. Das führt zu vielen lustigen Momenten!“

Bericht aus erster Hand

Die Freiwilligen der Aktion Weitblick, Georg Hollinetz und Sarah Graf, berichten am 16. November um 19 Uhr im Pfarrstüberl in Wartberg von ihrer Arbeit und dem Leben in den Flüchtlingscamps. Dabei zeigen sie eine ganz persönliche Sicht auf die Frage, was es bedeutet auf der Flucht nach Europa zu sein.

Es werden die Einsätze an den Inseln Chios und Lesbos, im griechisch/mazedonischen Grenzgebiet Idomeni, bei den griechischen Militärcamps zwischen Thessaloniki und Drama und in den türkischen Langzeitcamps rund um Izmir vorgestellt. Anschließend wird zur Diskussion geladen.

Vortragsabend

Mittwoch, 16. November 2016

19 Uhr, Pfarrstüberl Wartberg

www.aktionweitblick.com

Spendenkonto: AT48 3203 3000 0081 9383


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