Welser Figurentheaterfestival bietet heuer viel Neues
WELS. Die verschiedenen Spielarten des Figurentheaters kann man von Donnerstag, 8. bis Mittwoch, 14. März im Rahmen eines Festivals erleben. Für jede Altersgruppe sind Aufführungen dabei. Das Festival ist auch Nährboden für Neues.

Das Figurentheaterfestival in Wels bietet heuer märchenhaftes, musikalisches, zeitgeschichtliches und zeitgenössisches Puppenspiel. 23 Gruppen und Einzelkünstler aus dem In- und Ausland sind in Wels zu Gast, 53 Vorstellungen sind in der FestivalWoche angesetzt, ein Teil davon ist schon ausverkauft. Und heuer sind wieder ein paar besondere Gustostückerl dabei, berichten die Intendantinnen Gerti Tröbinger, Ruth Humer und Maria Dürrhammer.
Vielfältiges Programm
Eröffnet wird mit dem Stück „Planet Eden“ von Marc Schnittger, einem Puppentheaterstück über das Bild „Der Garten Eden“ von Hieronymus Bosch. Für den Eröffnungsabend gibt es wieder ermäßigte Karten (Donnerstag, 8. März, 19.30 Uhr, Stadttheater). Das Stück „Esquisses“ von Barbara Melois ist aufgrund seiner eingesetzten Papierfetzen eine Besonderheit. Es wird in französischer Sprache aufgeführt, ist aber auch für Schüler der Oberstufe geeignet (Dienstag, 13. März, 9 Uhr, Stadttheater).
Im Stück „Papas Kriege“ hat Matthias Kuchta alte Feldpostbriefe seines Vaters aufgearbeitet (Sonntag, 11. März, 18 Uhr, Stadttheater). Für die Inszenierung wurde eigens die Formation „Papas Kollektiv“ gegründet. Der Initiator dieser Gruppe ist der langjährige Welser Publikumsliebling Matthias Kuchta. Der Sonntagabend, 11. März, ist der Musik gewidmet. Die internationale Gruppe „fekete seretlek“ mit ihrem Leiter Matija Solce zeigt in „kar repass“ ab19.30 Uhr im Alten Schlachthof ihre Version von Anna Karenina mit anschließendem Konzert.
Beim Figurentheater dürfen auch die Märchen nicht fehlen. Zu sehen sind „Rumpelstilzchen“ (Freitag, 9. März, 10 Uhr Stadttheater) und „Pinocchio“ (Sonntag, 11. März, 14 Uhr, Alter Schlachthof). Der Kasperl kommt mit der Gruppe „die exen“ in dem Stück „Unterwegs“ am Mittwoch, 14. März, 10 Uhr in die Minoriten.
Auch die Musik spielt eine Rolle. Anne-Katrin Klatt bringt zwei Stücke mit Live-Musik für Kinder ab drei Jahren: Dumpu-Dinki (Donnerstag, 8. März, 9.30 und 15 Uhr, Minoriten). Es ist ein Stück ohne Worte, das nur mit den Händen gespielt wird. Begleitet wird es vom Saxophonisten Wolfgang Weißengruber. In „Klamotte und Bass“ wird Klatt am Kontrabass begleitet (Freitag, 9. März, 10 Uhr, Alter Schlachthof).
Spannende Neuheiten
Eine Neuheit ist der „erste Welser Puppetry Slam“ am Samstag, 10. März, 22.30 Uhr im Foyer des Stadttheaters. Da kann man sich mit einem sieben-minütigen Stück präsentieren und bekommt als Liebling des Abends einen Preis.
Eine weitere Neuheit: Am Freitagabend, 9. März, 19.30 Uhr, werden Studierende der Universiäten Berlin, Bratislava und Stuttgart zeigen, wohin sich das zeitgenössishe Puppenspiel entwickelt. Der Titel des Abends lautet „Materialschlacht“, gespielt wird im Stadttheater, in den Minoriten und im Alten Schlachthof.
In Österreich ist der Verein IMAGO-Szene Wels die einzige Organisation mit einer Basisausbildung im Figurentheater. Am Abschlussabend, Mittwoch, 14. März, 19.30 Uhr, zeigen die Absolventen 2018 ihre Arbeit. Lustvoll moderiert wird die Aufführung von Agathe Notnagl.
Jubiläum für Intendantinnen
Ein kleines Jubiläum gibt es heuer auch zu feiern. Zehn Jahre sind Tröbinger, Humer und Dürrhammer bereits für das Festival verantwortlich. Es wurde 1991 von Trude Kranzl auf Anregung des berühmten Welser Puppenspielers Gustav Dubelowski-Gellhorn gegründet.


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