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WELS. Die Stadt verfügt nun über ein Kulturleitbild und einen Kulturentwicklungsplan.Ein klares Bekenntnis zur Kultur in der Stadt, aber für den Kulturstadtrat ist der Entwicklungsplan nur ein Minimalkonsens. Der Bürgermeister wünscht sich Leuchtturmprojekte.

Kultur ist alles, was der Mensch gestaltend hervorbringt – ein weit gefasster Begriff. Dementsprechend breit gestreut sind die Interessen und Meinungen. Foto: furtseff/Shutterstock.com

„Die Stadt Wels sieht sich als Zentrum einer prosperierenden Kulturregion. Die Stadt Wels fördert die Vielfalt des kulturellen Lebens vor Ort. Die Stadt Wels bekennt sich zu ihrem kulturellen Erbe.“ So lauten drei der 12 Leitlinien, mit der die Stadt ihr kulturelles Selbstverständnis in Zukunft definiert. Im weiters beschlossenen Kulturentwicklungsplan sind Maßnahmen für die Bereiche Publikum, Infrastruktur, Marketing, Förderung und Programmgestaltung festgehalten.

Restplatzbörse und mehrjährige Förderverträge

So sollen die Kultureinrichtungen dabei unterstützt werden, Publikum zu gewinnen. Geplant ist etwa eine kostenlose Restplatzbörse für unter 18-Jährige. Für Kindergärten und Schulen sind Kulturvermittlungsprogramme vorgesehen. Zur besseren Erreichbarkeit werden für die Veranstaltungsstätten Mobilitätskonzepte ausgearbeitet. Bei den Förderungen werden jährliche Schwerpunkte definiert. Ab einer zugesagten Jahresförderungssumme von 2.000 Euro wird ein Modell für mehrjährige Förderverträge mit Zielvereinbarungen entwickelt.

Um die zukünftig geplanten Maßnahmen für den Kunst- und Kulturbereich vorzustellen und neue Anregungen aufzugreifen, plant die Stadt weiters einen jährlichen Informationstag.

Nur Minimalkonsens

Kulturstadtrat Johann Reindl-Schwaighofer (SP) ortet in dem Papier viel Gutes, es geht ihm aber nicht weit genug: „Ein Kulturentwicklungsplan versteht sich als Grundlage für einen stetigen Entwicklungsprozess. Der vorliegende Kulturentwicklungsplan ist nur ein Minimalkonsens und bietet nur im Ansatz die Möglichkeit, neue Akzente zu setzen.“ Er hätte sich seitens der Stadt mehr Mut und mehr Selbstbindung erwartet. Zum Beispiel was die Erhaltung der historischen Bauten betrifft. Die Stadt solle sich nicht hinter dem Bundesdenkmalamt verstecken: „Die Lagerbaracke wäre abgerissen worden, hätte sie das Bundesdenkmalamt nicht unter Schutz gestellt“, meint er.

Bekenntnis zur Kultur

Gemeinderat Markus Wiesinger (VP) freut sich, dass trotz der Unterschiede ein klares Bekenntnis zur Kultur gelungen sei: „Es soll den Kulturschaffenden Mut und Zuversicht geben.“ Bürgermeister Andreas Rabl (FP) ist zufrieden mit dem Ergebnis. Der Kulturentwicklungsplan schaffe Planbarkeit für Veranstalter. Was er sich wünscht, sind Leuchtturmprojekte, die auch touristisch ein Anziehungspunkt wären.

Längerer Weg bis zum fertigen Papier

Beschlossen wurden Leitbild und Entwicklungsplan in der jüngsten Gemeinderatssitzung, der Diskussions- und Entstehungsprozess dauerte aber schon mindestens seit 2016. Mit einer Steuerungsgruppe als Koordinator fiel der Startschuss im März 2018, der öffentliche Auftakt war im September 2018. Ein Bürgerbeteiligungsprozess und eine Umfrage durch ein Marktforschungsunternehmen wurden gestartet. Bis Dezember 2018 brachten Kulturinteressierte, Künstler, Veranstalter und Kulturschaffende ihre Ideen im Rahmen von Workshops ein. Den entstandenen Rohentwurf ergänzten die Gemeinderatsfraktionen um ihre Formulierungen. Den adaptierten Text der Steuerungsgruppe brachte ein externer Experte in Form, bevor der Kulturausschuss nochmals kleine Änderungen vornahm.


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